Skip to main content

Kerstin, Urs und Max holen auf dem Baldeneysee vier Siege

Unsere drei Ulmer starteten, wie der Rest des deutschen Spitzenbereichs, samstags im Vierer und sonntags im Achter. Besonders erfreulich aus Ulmer Sicht war, dass alle drei Achter mit unseren Athleten siegten. Es war dies das U-23-Boot mit Max Reinelt, der Frauenachter mit Kerstin Hartmann und der Deutschlandachter mit Urs Käufer. Alle drei Boote werden federführend vom Stützpunkt Dortmund betreut und es ist nicht zuletzt unser ehemaliger URCD-Trainer Christian Viedt, der mit seinen Schützlingen aus Ulmer Tagen weiterhin gut und erfolgreich arbeitet. Derzeit betreut Christian überwiegend die Frauen.

Männer-Vierer ohne Steuermann
Beide Vierer mit Ulmer Beteiligung konnten sich fürs Finale qualifizieren. Für Urs Käufer, Filip Adamski, Gregor Hauffe und Florian Menningen stellte der Vorlauf kein Problem dar. Mühelos siegte das Quartett. Im gleichen Vorlauf startete Max Reinelt mit dem deutschen U-23-Vierer. Die jungen Ruderer belegten in diesem Rennen eine Länge vor einer britischen Crew den vierten Platz und waren damit ebenfalls qualifiziert.

Im Finale kam es zum erwarteten Duell zwischen dem Vierer mit Urs und Co. und deren Stützpunktkollegen, das sind Sebastian Schmidt, Toni Seifert, Richard Schmidt und Kristof Wilke. Es war die Crew hinter Schlagmann Sebastian Schmidt, die nach einer anfänglichen Führung des Adamski-Vierers an der Spitze des Feldes ruderte. 500m vor dem Ziel sah es ganz nach einem Sieg von Schmidt und Co. aus, doch einmal mehr packte die Adamski-Crew ihren gefürchteten Endspurt aus. Schlag um Schlag liefen sie zu den Leadern auf und ruderten mit 25/100stel als Sieger durchs Ziel. Der Rest des Feldes hatte mit dem Ausgang des Rennens nicht zu tun. Selbst die Slowenen, die in dieser Besetzung in Peking Vierte wurden, mussten sich gut zwei Längen hinter den Deutschen mit dem dritten Platz begnügen. Dem U-23-Vierer mit Maximilian Reinelt am Schlag war dieses Rennen eine Nummer zu groß. Die Nachwuchsruderer kamen von einer hinteren Platzierung nicht weg.

Frauen-Vierer-ohne Steuerfrau
Der Vierer mit Kerstin Hartmann musste in Essen den Ausfall von Nina Wengert (Saarbrücken) verkraften. Für die erkrankte Ruderin kam Kathrin Thiem (Hannover) ins Boot. Trotz der kurzfristigen Umsetzung meisterten sie ihren Vorlauf und zogen mit einem klaren Start-Ziel-Sieg ins Finale ein.

Dort musste der Vierer mit Kerstin der mitfavorisierte Renngemeinschaft Herdecke/Leipzig/Dresden/Leer, mit Nadine Schmutzler am Schlag, den Vortritt lassen. „Wir hätten vor allem auf den ersten 1000 Metern mehr Betrieb machen müssen“ sagte Kerstin nach dem Rennen. Dort führten die Damen um Nadine Schmutzler bereits mit einer Länge und konnten in der Folge einige engagierte Angriffe von Kerstin und Co. erfolgreich abwehren. Unzufrieden war Kerstin. dennoch nicht, denn der Rest des Feldes folgte mit drei Längen und mehr Rückstand. „Vor allem die zweite Streckenhälfte lief richtig gut und hat Spaß gemacht“ so Kerstin.

Achter
Wie schon in Brandenburg konnten sich Kerstin und Urs am Siegersteg gegenseitig beglückwünschen. Diesmal war es Kerstin die mit ihrem Frauenachter, der aus den beiden Vierern des Vortages bestand, zuerst ins Rennen ging. Als Gegner lag ein deutsches Nachwuchsboot am Start, sodass dem Dortmunder Boot die haushohe Favoritenrolle zukam. Schon nach wenigen Schlägen ruderten die Damen um Kerstin eine Länge heraus. Wer dachte, die Crew würde nun im Schongang den Vorsprung verwalten sah sich arg getäuscht. Blitzsauber, kraftvoll und mit einigen Zwischenspurts gewürzt zog der Achter seine Bahn. Knapp 18sec. gab man dem Nachwuchs mit – ein mehr als standesgemäßer Klassenunterschied.

Im Rennen danach folgte Urs mit seiner Crew. Wie bei den Frauen bestand der Achter aus den schnellsten Vierern und wie Kerstin rudert Urs im Bug. Gleich nach den Startschlägen schoben die Deutschen ihren Bugball aus dem sechs-Boote-Feld heraus. 500m Meter später war es lediglich der polnische Achter (fünfter in Peking) der dem Boot von Trainer Ralf Holtmeyer einigermaßen folgen konnte. Den Männern hinter Schlagmann Sebastian Schmidt (Mainzer RV) war anzumerken, dass sie ein deutliches Zeichen setzen wollten, wer ins Flagschiff gehört. Sie bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Pro 500m machte das auf die Polen rund eine ¾ Länge aus. Nach 5:53,26 ertönte die Hupe für Deutschland.

Die Polen benötigten 6:01,59. Weiter abgeschlagen folgten zwei deutschen Nachwuchsboote. Auf dem fünften Rang ruderten die Slowenen in 6:14,88 durchs Ziel. Von diesem Boot hatte man mehr erwartet, saß doch der komplette Olympia-Vierer (Platz 4 in Peking) an Bord. Die mit durchschnittlich 86 kg vergleichsweise leichte Crew hatte es bei Gegenwind allen Zweiflern gezeigt. Richtig gut verausgabt und mit entsprechenden Glücksgefühlen legten die Ruderer vor der Tribüne an und wurden bereits vom Frauenachter erwartet. Lob gab es sogar von höchster Stelle. Cheftrainer Hartmut Buschbacher sah "einen guten Einstieg für den Achter".

"Der Schmerz kommt im Achter früher" kommentierte Urs dieses Rennen. "Dafür hört er auch früher wieder auf" ergänzte augenzwinkernd Peter Thiede, der langjährige Achtersteuermann und jetzige U-23-Trainer aus Dortmund.

Keine zwei Stunden danach folgte der von Thiede und Thomas Affeld betreute U-23-Achter mit Max Reinelt an Bord. Nach einem gelungenen Start lag die Crew hauchdünn vor einer polnischen Auswahl in Führung. 1.300m lang änderte sich nichts an diesem Bild, dann aber spielten Max und seine Kollegen ihre glänzende Physis aus und machten Meter um Meter gut. Im Ziel war es eine halbe Länge zu den Polen. Mit gehörigem Abstand folgte der Rest des Feldes.

  • Geändert am .
  • Aufrufe: 5364