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London 2012 – Wir kommen!

URCD beim Head of the River Race 2011

Countdown am Trafalgar Square - die große Uhr zeigt: noch 481 Tage, 8 Stunden und ein paar Minuten bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London. Countdown knapp einen Tag davor: noch eine halbe Stunde bis zum Start des Head of the River Race auf der Themse an der Chiswick Bridge. Die Startzeit ist mit 16:00 Uhr recht spät am Tag. Die Mannschaft des resolut-Achters geht dort auf Wasser, um sich in ihre Startsektion einzureihen. Startnummer 231 auf gelbem Papier d.h. Warteposition auf der Middlesex-Seite, der Stadtseite d.h. am Nordufer. Am Südufer ist die Surrey-Seite, zu Shakespeares Zeiten außerhalb der Stadthoheit, deshalb waren damals dort die Theater.

Neues Boot, alte Nummer: ZUL007 – auf der Themse braucht jedes Boot eine "Autonummer", damit jeder Falschfahrer sofort ermittelt werden kann und die Frage "Who are you?" überflüssig ist. Nach dem Ende des resolut-Achters 2010 an der Eisenbahnbrücke ging die ZUL007 jetzt auf den namenlosen Nachfolgeachter über.

Etwas über 400 Achter werden in ihren Startsektionen durch "Dirigenten" in zahlreichen Motorbooten langsam so in Richtung Start bewegt, dass nach einer Wende flussabwärts und Fahrtaufnahme jeder Achter punktgenau und in der richtigen Reihenfolge am Start direkt unterhalb der Chiswick-Bridge erscheint. Beim Boat Race hingegen ist hier alles vorbei d.h. Oxford und Cambridge sind hier bereits am Ziel, sie rudern flussaufwärts, aber auch mit der Strömung – die Themse ist hier ein Gezeitenstrom.

Beim Warten und langsamen Hochrudern der Achter Bug an Heck werden die Gegner taxiert. Wer ist Jäger, wer Gejagter? Altersklassen gibt es keine - dafür gibt's das Veterans' Head am Tag danach, heute ist offener Markt. Der Startplatz orientiert sich am Ergebnis des Vorjahres, ein Platz unter den ersten 280 Teams würde einen Startplatz fürs Folgejahr garantieren. London 2012 mit Ulmern am Start? 2011 starten hinter Steuerfrau Katharina Mandel unser Küken Tobias Knörgen am Schlag, danach Mike Dauser, Michael Leibinger, Andreas Borgolte, Martin Grimmeiß, Jörg Haußer, Arnd Furken und Frank Patzwaldt im Bug.

Wende. Die Boote werden zum Teil hektisch zum Starten aufgefordert. Fahrtaufnahme. Number 229 – go! Jetzt gilt's. Number 230 – go! Wir sind durch die Brücke. 2 Sekunden später: Number 231 – go! Sekunden später starten im Pulk die Verfolger, die uns bis zur Barnes Bridge überholen: Cygnet, Nottingham und Basel, die später auf den Plätzen 189, 117 und 71 landen. Jetzt sind wir allein auf weiter Flur. Vorbei an der Insel oberhalb von Hammersmith.

Es geht auf die Hammersmith-Bridge zu, auf der unsere Landfans warten, Conny Leibinger und Julia Hengartner. Nach jedem Boot lichtet sich die Fangemeinde etwas auf der Brücke. Als wir kommen, sind sie genau in Position. Das Venedig-Trauma ist damit vergessen. Ganz leicht rechts von der Mitte der Brücke ist die stärkste Strömung. Wer die Innenkurve hier zu eng nimmt, verliert leicht über eine Länge. Das letzte Drittel hat begonnen, vorbei am früheren Harrods Möbelllager, jetzt das "Harrods Village" mit exklusiven Loftwohnungen, dann der Milepost mit dem Denkmal für den Erfinder des Head, Steve Fairburn, bald kommt das Fulham Fußballstadion – Endspurt.

Steuerfrau Kadda gibt alles. Die Zieldurchfahrt erfolgt unterhalb der großen Londoner Ruderclubs an der Putney Pier. Weiter durch die Putney Bridge und auch noch durch die nächste Brücke, die Fulham Railway Bridge. Nach der Wende stehen die Boote Schlange, die in Putney aufs Wasser sind. Wir möchten Land gewinnen, denn wir dürfen noch 7 Kilometer zurück zum Start rudern. Dort liegt unser Gastgeberverein Quintin Boat Club.

Nach ein paar Pints "London Pride" im Quintin BC geht's mit dem Bus 190 zurück nach Hammersmith, schnell die feuchten Klamotten im Hotel loswerden und weiter zur After-Race-Party in einem indischen Restaurant in Hammersmith. Später trudelt auch noch URCD-Bundesliga-Ruderer Robin Ehrminger ein, der mit der letzten Bahn aber schon wieder zum Flughafen Stansted zum Heimflug entschwindet.


Hotel Ritz

Am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein gilt es nochmal auf dem Trafalgar-Square, London-Atmosphäre zu tanken. Die Olympia-2012-Uhr dort läuft – rückwärts. Ein kurzer Abstecher zu Whitehall, Downing Street, Big Ben und Westminster Bridge. Die Souvenirläden quellen über mit Andenken zur Royal Wedding am Ende des Monats von Will und Kate.

Ein Besuch im Hotel Ritz endete vor der Türe wegen des "Dress Code" (Gentlemen are required to wear a jacket and a tie...). Ein Gast hatte es nicht ganz bis ins Hotel geschafft, sondern lag im Schlafsack direkt auf dem Gehweg davor.

Nach der Ankunft auf dem Flughafen in Stuttgart ging's in circa 2 Stunden Zugfahrt von dort über den Stuttgarter Hauptbahnhof heim nach Ulm. Mit Stuttgart 21 würde es nur etwas über 20 Minuten dauern. Bis das aber kommt, müssen wir uns langsam an den Gedanken gewöhnen, in London nicht mehr auf dem offenen Markt starten zu dürfen.

Aber jetzt ist 2011 und da landete die resolut-Mannschaft auf Platz 237 in einer Zeit von 19:22,46 Minuten. Tja, die zweistelligen Ergebnisse hatten wir Anfang der neunziger Jahre. Aber Platz 237 bedeutet trotzdem, Startplatz für nächstes Jahr garantiert: London 2012 – wir kommen!

"Mind the Gap" einmal ganz anders


Stadtrundfahrt zu Land und zu Wasser


After-Race-Party

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