Benefizregatta Rudern gegen Krebs 2015, die 2.

Geschrieben von Kerstin Stöhrer.

Die meistbesuchte Seite der URCD Homepage hatte mal wieder die beste Vorausschau: das Wetter – ein super sonniger Tag, nicht zu heiß, ohne Gewitter und windstill – der Traum aller Ruderer! Und damit beste Voraussetzungen für unsere Benefizveranstaltung Rudern gegen Krebs 2015 im Rahmen des Donaucups. Schon beim Öffnen des Festzelts in aller Herrgottsfrühe steht der stahlblaue Himmel über uns – kein Gedanke mehr an die regnerischen Eindrücke im Vorjahr.

Das sollte er werden: DER Tag!
86 Teams haben sich gefunden, 7 davon vom URCD, alle Boote sind gespendet – ein riesengroßer Erfolg für den URCD und die Stiftung Leben mit Krebs zusammen mit der Sportmedizin der Uniklinik Ulm. Alle Spenden der Boote werden für Sportprojekte für Patienten in der Tumornachsorge in Ulm verwendet. Das Patientenrudern im URCD ist nur eine Initiative, welche so unterstützt werden kann.

Die ersten Teams treffen gut gelaunt und mit sommerlicher Kleidung bereits in der Früh im Zelt ein und nehmen das Frühstücksangebot gerne an. Cordula und ihre Helfer sind bereits im Morgengrauen auf den Beinen, Kaffee duftet und im Bereich des Festzeltes bleiben viele, drinnen wie draußen, sitzen um sich zu finden und auf den Tag einzustimmen. Das Regattabüro – zu dieser Zeit im Zelt – läuft reibungslos. Teams wie Helfer erhalten Ihre blauen und orangenen T-Shirts und ziehen freudig los.

Letzte Einweisungen zum Ablauf der Regatta für die Teamkapitäne und Paten erfolgen durch Stefan Grünewald-Fischer, Projektleiter der Regatta seitens der Stiftung Leben mit Krebs. Die Regattatafel, zentral vor dem Festzelt, mit aktuellen und zukünftigen Läufen - Was niemand von uns im Vorfeld wirklich kannte, erweist sich als ein sehr perfektes System für alle Teilnehmer immer rechtzeitig zu wissen, wann sie sich wieder am Steg einfinden müssen und auf welcher Bahn gefahren wird! Unmittelbar danach ziehen die ersten Mannschaften los – die Regatta startet mit den Vorläufen der Damen pünktlich um 09:16 Uhr.

Und diese Zeitpräzision wird bis zum Tagesende durchgehalten! Unglaublich, bei einem Takt von 8 Minuten, der durch die Regattataktung für 86 Boote festgelegt ist. Aber nirgends entsteht Stress oder Ärger. Alles läuft unglaublich entspannt und alle haben das Gefühl unendlich viel Zeit zu haben, in Ruhe sich an den Nachen zu positionieren um dann auf Kommando loszuschießen. Nicht selten kommt von Claudia am Start der Kommentar: nur ruhig…Ihr habt noch viel Zeit. …

Diese Ruhe am Start ist sicher der nahezu perfekt arbeitenden Stegmannschaften zuzuschreiben, welche in unermüdlichem Einsatz Teams gerufen, sortiert, ins Boot geholfen und auf Wasser geschickt haben. Wer fehlte wurde per Funkgerät gemeldet und dann von Christian Aschoff mittels Megaphon ausgerufen – ihm gebührt an diesem Tag sicher die Marathon-Medaille und vermutlich ein neues Paar Turnschuhe! 13 Boote befanden sich ständig auf Wasser und wurden gleichmäßig nach befüllt. Immer wieder konnten die Teams von Stephan Störmer als Vorsortierer auf dem Wasser zeitnah an den Start geschickt werden. Anita und Günter und die Stegmannschaften – viel habt Ihr und Eure Teams von der Regatta unterhalb des Starts nicht mehr gesehen, aber immerhin hattet Ihr die glücklichen Gesichter aller Rückkehrer auch bei Euch am Steg! Und die sprachen oft Bände!

Und während die Grußworte vom Oberbürgermeister Ivo Gönner, Prof. Seufferlein - Universitätsklinikum Ulm, Prof. Steinacker - Sportmedizin Universitätsklinikum Ulm, Dr. Klaus Möller - Stiftung Leben mit Krebs und Andreas Huber - URCD im Festzelt an alle Teilnehmer und Besucher gerichtet wurden, verlief draußen unter besten Bedingungen, beobachtet von zahlreichen Zuschauern, die Regatta. Auf unsere Bitten hin ließ sich dann auch unser Oberbürgermeister, Ivo Gönner, an den Start der 250 m Strecke führen, wo er dann nach kurzen Einweisung von Claudia Barth den Start für die an dieser Stelle freudig überraschten Teams auf Wasser durchgeführt hat. Gar nicht schlecht gemacht – fanden die Profis!

Vor dem Festzelt entstanden inzwischen an der Uferpromenade zahlreiche Infostände. Unter anderem von der Sportmedizin des Universitätsklinikums Ulm, der Stiftung Leben mit Krebs und – der des Ulmer Ruderclub Donau e. V.

An zentraler Stelle wird dieser sofort sowohl von Teilnehmern der Regatta als auch zahlreichen URCD Mitgliedern aufgesucht. Da im Tagesverlauf auch das Regattabüro des URCD für Rudern gegen Krebs hierhin einzieht ist ein regelmäßiges Kommen und Gehen an der Tagesordnung. Endlich mal wieder ein Treffpunkt für uns vom Club – und ein Anziehungspunkt für Fremde – die attraktiven Bilder von Hansjörg Käufer und die Ergometer, welche zum Probieren einladen, sind sicher deutliche sichtbare Attraktionen. Am Stand gab es Informationen zum Club, das Regattaheft 2015 des URCD – diesmal mit großem "making of"-Anteil zur RgK 2015 Veranstaltung und den neuen Werbungsflyer "Rudern im URCD – Tradition, Leistung, Leidenschaft" – und sehr viele Menschen interessierten sich dafür! (Anm.: – wer das Heft gerne noch lesen möchte und das nicht unbedingt online über unsere Internetseite: es gibt noch wenig Exemplare im Büro des URCD! Ebenso ist der Werbungsflyer erhältlich).

Dem perfekten Wetter war sicherlich auch ein großer Teil der Besucher an die Donau gefolgt. Und sie kamen durchaus auf ihre Kosten. Neben den sportlich ambitionierten Teams auf Wasser, die hier in jedem Lauf ums weiterkommen kämpften und welche es anzufeuern galt, gab es viele Informationen um die Stiftung Leben mit Krebs, Ziele und Aufgaben sowie im speziellen über die Verbindung Sport (hier die Sportmedizin der Uniklinik) und angebotene Therapien bei Krebserkrankungen.

In der Mittagszeit – das Zelt war brechend voll, alle haben die Verköstigung mit Getränken und Essen durch die Mitglieder des URCD genießen können gab es parallel Interviews zur Arbeit der Sportmedizin und dem Nutzen der verschiedenen sportlichen Ansätze für die Patienten. Aus Patientensicht berichtete Tina Schäfer im Gespräch sehr offen über sich und die Sportprogramme welche sie mit S. Otto und Prof. J. Steinacker für sich als Therapiehilfen entwickelt hat. Über den Sport selber etwas tun zu können und daraus Hoffnung für sich zu schöpfen ist sicher genauso wichtig wie die notwendige, aber oftmals angsteinflößende, Chemotherapie. Viele Besucher waren von diesen Berichten sehr angetan.

Nach dem Interview ging es für Tina Schäfer direkt ins Drachenboot der Pink Paddler und Ulmer Patienten sowie deren Angehörige. Das Einlagerennen, organisiert von S. Otto und R. Mücke fügte sich perfekt in die Regatta ein. Alle hatten so viel Spaß dabei, dass noch einmal einen farbenprächtigen Lauf entlang des Neu Ulmer Ufers stattfand.

Mit Arno Boes auf der Schachtel und im Zelt hatten wir sicher einen perfekten Sprecher für unsere Veranstaltung. Während der Rennen hat er humorvoll die Informationen zu den Teams eingebunden, welche wir ihm dank der Teamportraits, die wir im Vorfeld erhalten hatten zur Verfügung stellen konnten. Nicht nur während sie auf Wasser dem Ziel entgegen gerast sind, aber auch beim Zurückfahren in die Umsteigezone konnten so viele Bootsbesatzungen noch vorgestellt werden, auch der URCD wurde des Öfteren für die breite Zuschauergruppe in all seiner Bandbreite vom Spitzensport zum Breitensport, von jung bis alt präsentiert.

Unter dem Motto wir sitzen alle in einem Boot starteten in der Meisterklasse viele Boote besetzt mit Mitgliedern des URCD aller Altersstufen und Klassen. Meister – und solche, die es werden wollen: Die C- Jugend , gesteuert von Lena Müller und Mahni Fatahi, hatten mit ihnen sicher beste Vorbilder im Boot! Mit im Rennen auch Andreas Huber als der auch hier fordernde Steuermann des Bootes "ZuGleich" – "nicht erster in diesem Rennen zu sein" war keine Option für ihn. Entsprechend musste die Mannschaft kräftig rudern und hat doch nur um Haaresbreite und einen Wimpernschlag das Boot der zukünftigen Meister hinter sich gelassen…Aufatmen im Team! 347 Jahre Lebenserfahrung, Hans Gog und sein Damenteam waren sicher beeindruckend für alle Zuschauer. Sie alle demonstrierten den Einsatz des gesamten Vereins für die gute Sache des heutigen Tages.

Aber die besten Eindrücke hinterließen die Teams und ihre Paten auf Wasser. Tolle Kostüme – von der Schornsteinfegeruniform der Schornis im gesamten Boot, incl. Steuerfrau Gudrun Vetter-Thanner, bis hin zu Schwimmflügeln bei Schwenk-Zement…, viele haben sich etwas einfallen lassen. Und egal, ob eine perfekte oder eine weniger perfekte Fahrt hinter den Teams lag, bejubelt wurden alle und der pure Spaß an der Sache stand allen ins Gesicht geschrieben.

Am Ende des Tages stand die Siegerehrung.

Zurecht gebührte der Firma REWE mit ihren 17 teilnehmenden Teams und der Spende von 16.666 EUR ein besonderer Dank. Eine gemeinsame Gruppenaufstellung auf der Bühne und tosender Applaus für sie war selbstverständlich. Zum 2. Mal hat REWE in diese Veranstaltung sehr stark investiert. Den Mitarbeitern zu danken und einen guten Zweck zu unterstützen war Hauptmotivation. Und ganz offensichtlich wurden die Teams vom URCD und seinen Mitgliedern super betreut. Der Dank der REWE-Chefs ging von großer Bühne direkt ins Publikum an die Paten und Steuerleute. Und um den REWE-Mitarbeitern ganzjährig Training auf Wasser ermöglichen zu können, wurde von den REWE-Chefs gar die Idee geboren, ein Boot dem Ulmer Ruderclub zu spenden. Wir können gespannt sein! Und vermutlich werden die REWE-Teams im nächsten Jahr zu echten Profis erwachsen sein.

Im Zentrum des Tages standen dann aber sicher die Patienten! Alle gingen als Sieger aus ihrem Rennen hervor und jedem gebührte an diesem Tag eine Goldmedaille. Gefeiert wurden auch die Helfer des URCD und der Sportmedizin, ohne die das Fest sicher nicht in dieser Form stattgefunden hätte – in blau hier ein kleiner Teil von ihnen.

Die Ergebnisse der A-Finale im Überblick

Frauen Klasse
1. Platz: Team TSV Albeck, Langenau 1:07,89; 2. Platz: Team under pressure, Kempten, Ulm 1:09,56 ; 3. Platz: Team Ri Ru Rewe, Ulm, 1:10,22

Mixed Klasse
1. Platz: 46 Team Schwenk – We like to MEP it, MEP it!, Ulm URCD, 1:02,57; 2. Platz: Team Treibgut Beurer GmbH, Ulm 1:02,96 ; 3. Platz: Team URCD Steiler Zahn Geislingen, Geislingen an der Steige, 1:05,07

Männer Klasse
1. Platz: Team Zeiss Eins, Oberkochen, 1:01,96; 2. Platz: Team REWE Familie Mändle 2, Ulm, 1:06,13; 3. Platz: Team Die Schornis, Geislingen/Aufhausen, 1:06,69

Meisterklasse
1. Platz: Team URCD – ZuGleich, Ulm URCD, 55,53; 2. Platz: Team Hautarztpraxis Hirschstraße Ulm URCD, 57,78 ; 3. Platz: Team URCD Master of Desaster, Ulm URCD, 1:01,98

Patientenrennen
1. Platz: Team Moby Dick, Ulm URCD,1:16,28; 2. Platz: Team Rudi, Ulm URCD, 1:19,49; 3. Platz Team Augustin, Ulm URCD, 1:26,44

Am Ende
Auseinandergehen und Aufräumen … Und alle mit dem Gedanken, dass wir heute ein ganz besonders schönes Fest des URCDs erlebt haben.  Und was uns bleibt außer der eigenen schönen Erinnerung.

Stimmen der Teams und Paten …

… sicher eines der schönsten Feste das wir bisher gemeinsam hatten…

… Alles war super organisiert und hat spitze geklappt. Auch unsere Steuermänner waren Weltklasse. Wir sind auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder dabei!

… Die Teilnahme an der Regatta war für unser ganzes Team ein unglaublich schönes Erlebnis. Es war für uns in jeder Beziehung ein intensiver Tag und alles in allem war es eine Veranstaltung, die alle Beteiligten gemeinsam haben lebendig werden lassen. Da ging es ja nicht um Konkurrenz sondern darum das eben zusammen zu erleben und den guten Zweck…

… ein herzliches Dankeschön für deine Superbetreuung - wir sind ein schönes Stück nach vorne gekommen und vor allem es hat super viel Spaß gemacht!!  Schade, dass es so schnell vorbei war…

… wir haben die Zeit sehr genossen, nicht umsonst überlegen jetzt nicht nur ich, sondern auch P. und K. dem Ruderclub beizutreten - das ist hauptsächlich dein (Pate) Verdienst!! 

…es wäre schade gewesen, am heutigen Tag nicht mitgemacht zu haben…