Alles gut unterm Zuckerhut

Geschrieben von SÜDWEST PRESSE Ulm vom 9.8.2016.

Für den Ulmer Maximilian Reinelt läuft bei Olympia alles auf ein Achter-Duell mit Großbritannien heraus.

Als Teil eins der Goldjagd erfolgreich absolviert war, begannen für den Deutschland-Achter die Probleme. Nach ihrem souveränen Finaleinzug bei der olympischen Regatta wollte die Crew um Maximilian Reinelt vom Ulmer Ruderclub Donau an der Lagoa Rodrigo de Freitas noch ein zweites Frühstück einnehmen, doch das Buffet war schon abgeräumt. Die Modellathleten reisten hungrig mit dem Bus ins Olympische Dorf zurück, zufrieden waren sie dennoch.

Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) hatte zuvor mit einem deutlichen Vorlaufsieg seine Goldambitionen in Rio eindrucksvoll untermauert. Der Vorsprung auf Rekord-Olympiasieger USA betrug nach 2000 m eine knappe Bootslänge. Polen folgte weit abgeschlagen. Im Ziel klatschten sich die siegreichen Ruderer ab, holten sich Wasser am Steg und verschwanden kommentarlos. Bis zum Finale am Samstag haben sich die starken Männer des deutschen Paradebootes einen Maulkorb verhängt, die Konzentration soll vor dem Saisonhöhepunkt nicht mehr gestört werden. Also schweigte auch Medizinstudent und Olympiasieger Maximilian Reinelt.

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Rio 2016 - Männer Achter - Deutschlandachter mit Max Reinelt im Finale

Geschrieben von Jörg Haußer.


Foto: ARD Sportschau

Das Wasser auf dem Lagoa Rodrigo de Freitas in Rio hatte sich wieder beruhigt d.h. die olympische Regatta konnte am Montag wieder regulär gestartet werden. Bei nur 7 gemeldeten Booten ging es im Männer Achter um die Entscheidung, wer direkt ins Finale kommt. Im Vorlauf mit 4 Booten zeigt der Achter aus Großbritannien seine dominierende Position und gewann mit mindestens einer Länge Vorsprung und erreichte als Sieger direkt den Endlauf am Samstag.

Im zweiten Vorlauf mit drei Booten fast das gleiche Bild. Auch hier konnte der Deutschlandachter, aus Ulmer Sicht gerne "Reinelt & Co." genannt, mit einem überzeugenden Rennen ohne Umweg über den Hoffnungslauf direkt ins Finale einziehen. Trainer Ralf Holtmeyer sagte in der ARD-Sportschau, dass die Männer vom Deutschlandachter heute im Vorlauf nicht alles hätten raushauen müssen.

Rio 2016 - Frauen Zweier ohne mit Kerstin Hartmann im Halbfinale

Geschrieben von Jörg Haußer.

Es wäre am Sonntag losgegangen für Kerstin Hartmann und Kathrin Marchand. Der Rennbeginn am Sonntag in Rio de Janeiro wurde wegen heftigen Windes zunächst um eine Stunde verschoben, dann um eine weitere Stunde, ist jetzt aber komplett für Sonntag abgesagt worden. Ein neues Spiel, ein neues Glück: Die Rennen vom Sonntag werden am Montag hinten drangehängt. Deren Folgerennen vom Montag werden am Dienstag hinten drangehängt.

Vorlauf
Die gute Nachricht: Kerstin und Kathrin haben es geschafft, ohne Hoffnungslauf ins Halbfinale zu kommen. Sie hatten den Vorlauf mit den Favoriten aus Großbritannien erwischt, so dass klar war, nur soviel Energie einzusetzen, wie für den dritten Platz nötig, um weiter zu kommen. Von der Renntaktik her sah es auch so aus, wie wenn genau dieser dritte Platz angepeilt worden war, denn die davor platzierten Britinnen und Däninnen kamen mindestens 12,60 Sekunden früher ins Ziel. Insgesamt war es die langsamste Zeit der dritten Plätze in allen drei Vorläufen.

Zusammengefasst von den Mädels: "Vorlauf solide gemeistert und für das Halbfinale qualifiziert. Nicht mehr und nicht weniger. Mittwoch geht's weiter."

Nachwuchs für Olympia gesucht - Trainieren mit der Weltmeisterin

Geschrieben von SÜDWEST PRESSE Ulm vom 6.8.2016.

Lena Müller soll den Nachwuchs für das Rudern begeistern

Während die Ulmer Ruderer bei Olympia um Medaillen kämpfen, kämpft der URCD um darum, den Nachwuchs für den Sport zu begeistern.

Wenn Maximilian Reinelt und Kerstin Hartmann in diesen Tagen bei den Olympischen Spielen in Rio am Start sind (siehe Zusatzinfo unten), beginnen beim Ulmer Ruderclub Donau (URCD) wahre Festwochen. "Natürlich haben wir zu jeder Regatta mit unseren Ulmern ein Public Viewing in der Gaststätte", sagt Olympiasieger und stellvertretender URCD-Vorsitzender Raimund Hörmann. Von einer Rudereuphorie beim Nachwuchs ist nach der Rekordteilnahme von vier Ulmer Athleten und dem Olympiasieg Reinelts in London 2012 allerdings nicht viel zu spüren.

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Zusatzinfo: Ferien- und Olympiaprogramm
Jugendcamp
Der Ulmer Ruderclub Donau sucht weiterhin Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren, die in den Leistungssport einsteigen wollen. Hierfür bietet Lena Müller gemeinsam mit Cheftrainer Marcus Maier am Wochenende des 10. und 11. September ein Feriencamp an. Hier erfährt der Nachwuchs alles über den Rudersport und kann bereits selbst einige Bahnen auf der Donau drehen.

TV-Zeiten
Die olympischen Regatten in Rio starten an diesem Wochenende. Kerstin Hartmann sitzt am Sonntag um 15.10 Uhr im Zweier-ohne, Maximilian Reinelt am Montag im Deutschlandachter. Sollten sie ins Finale kommen, wird Hartmann am Freitag ab 15.24 Uhr (MESZ) in der ARD zu sehen sein, Reinelt wäre am Samstag um 16.24 Uhr (live im ZDF) dran.

Rio 2016 - Ulmer kämpfen für Deutschland um Medaillen

Geschrieben von Neu-Ulmer Zeitung vom 4.8.2016.

Maximilian Reinelt setzt bei Olympia auf Gold. Warum Kerstin Hartmann auf widrige Bedingungen hofft.

Selten ist ein Ruderrennen mit einer solchen Spannung erwartet worden wie das olympische Finale im Männer-Achter am 13. August. Während 2012 die Deutschen als klare Goldfavoriten galten, diese Rolle annahmen und eindrucksvoll in die Tat umsetzten, ist die Lage in Rio eine völlig andere.

Deutschland will wieder Gold. Nur sind da in Rio vier weitere Boote, die Ansprüche aufs Edelmetall reklamieren: Die Niederlande, die in Luzern eindrucksvoll siegten, die Briten, eine Crew, die stets bei der Weltmeisterschaft ihre Bestform abruft, die Neuseeländer, junge Himmelsstürmer, die in der Vergangenheit nur knapp hinter den drei Erstgenannten rangierten, und die USA. Eine Medaille ist vielleicht auch den Polen zuzutrauen.

In Abwesenheit der Niederländer siegten die Deutschen beim letzten World Cup in Poznan knapp vor Großbritannien. Ein wichtiger Aspekt ist speziell in Rio die Gesundheit. Da treibt es Ruderern wie Betreuern Sorgenfalten auf die Stirn. Die olympische Regatta wird auf der Lagoa Rodrigo de Freitas ausgetragen – ein Gewässer mit teilweise problematischen Werten. Oft treiben massenweise tote Fische an der Oberfläche. Mit dem Wasser sollte man nicht in Berührung kommen. Beim Rudern sind aber Spritzer nicht zu vermeiden. Hautausschläge oder eine Magen-Darm-Infektion können die Folgen sein. Mit entsprechender Kleidung und Desinfektion wird versucht, das Schlimmste zu verhindern. "Rio, das wird ein absolut hartes Ding", ist sich der Ulmer Maximilian Reinelt auch deshalb sicher.

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