Medaillenträume durch Seitenwind zerstört

Geschrieben von Hansjörg Käufer.

Am letzten Tag der olympischen Ruderregatta wurde es nichts mit einer weiteren Medaille für den Ulmer Ruderclub. Urs Käufer im Vierer-ohne und Lena Müller im leichten Doppelzweier kamen in ihren Finals nicht über den sechsten Platz nicht hinaus.

Frust bei Urs Käufer und Lena Müller. Beide Boote mit Ulmer Beteiligung hatten sich fürs Finale am Samstag einiges vorgenommen. Der Vierer wie auch der leichte Doppelzweier gaben sich im Vorfeld kämpferisch – sie wollten aufs Podest rudern. Dass am Ende nichts daraus wurde liegt nicht nur an den Athleten allein. Ihre Medaillenträume wurden zum Teil von dem Seitenwind zerstört. Der fiel am letzten Tag der Ruderwettkämpfe schräg von der Steuerbordseite ein. Somit lag Bahn sechs im Windschatten relativ windgeschützt, während sich zu den niedrigen Bahnen hin der seitliche Gegenwind zunehmend ausbreiten konnte. Bei solchen Verhältnissen starten nach den gültigen Regeln die Halbfinalsieger auf die besseren Bahnen. Als Dritte ihres Halbfinals wurden beide Boote mit Ulmer Beteiligung auf Bahn eins gesetzt.

Max Reinelt: Rauschende Feier

Geschrieben von SÜDWEST PRESSE Ulm vom 3.8.2012.

Nach ausgelassener Goldmedaillen-Feier kam Achter-Ruderer Maximilian Reinelt gestern etwas mühsamer in Schwung als im Rennen tags zuvor. Im Interview sagt er auch, wie schwer es ist, so weit zu kommen.

SÜDWEST PRESSE: Herr Reinelt am Tag nach dem Olympiasieg muss die erste Frage sein: Wie haben der Deutschland-Achter und das Team drumherum gefeiert?

MAXIMILIAN REINELT: Es war ein ziemlich rauschendes Fest im Deutschen Haus, bis weit in die Nacht. Deshalb haben wir es morgens um Zehn auch nicht zur Pressekonferenz mit den Medaillengewinnern des Vortags geschafft, die ebenfalls im Deutschen Haus stattfindet. Wir wären vielleicht am besten gleich dageblieben.

Wie eng war es da draußen auf der Strecke wirklich, als die Briten zunächst stark aufkamen. Waren sie für kurze Zeit an Ihnen vorbei?

REINELT: Ich es weiß nicht, ich habs wirklich nicht gesehen. Unser Steuermann Martin Sauer hatte uns befohlen, die Augen im Boot zu lassen. Daran habe ich mich strikt gehalten. Martin hat immer alles sehr gut im Blick. Er hat dann Zeichen gegeben, und wir haben einfach volles Rohr gegeben.

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Gold für Max, Platz sechs für Kerstin

Geschrieben von Hansjörg Käufer.

Gold für den Achter mit Max Reinelt, der sechste Platz für Kerstin Hartmann und Marlene Sinnig (Krefeld) im Zweier-ohne. Die Halbzeitbilanz der Ulmer Ruderer kann sich sehen lassen. Nach Olympiagold 1972 durch Gerhard Auer im Vierer mit und nach dem 84er Gold im Doppelvierer von Raimund Hörmann und Dieter Wiedenmann (†11.11.1994), bescherte Max Reinelt mit dem Deutschlandachter dem URCD das dritte Olympiagold in der Vereinsgeschichte.

Dieser 1. August, der Achterfinaltag bei Olympia, war seit den Spielen von Peking im Fokus der Ruderer des Dortmunder Leistungszentrums. Alle Arbeit war auf diesen Tag ausgerichtet. Und die Männer von Trainer Ralf Holtmeyer setzten trotz dem enormen öffentlichen Druck ihr großes Ziel um. Der Deutschlandachter holte vor Kanada und den Gastgebern aus Großbritannien Gold. Zum Ende ihrer dreijährigen Erfolgsserie mussten die deutschen Ruderrecken in diesem Finale jedoch alle Kräfte mobilisieren. Nach einer anfänglichen Führung wurden Reinelt und Co bei Streckenhälfte hart von den Briten attackiert. In der Folge ruderten die Deutschen sogar minimal hinter den Briten. Als es auf die letzten 750m ging, packten die Deutschen dann ihre letzten Reserven aus und ruderten mit einer knappen halben Länge dem lang ersehnten Gold entgegen. Erschöpft und dennoch jubelnd fielen die Recken im Ziel über ihre Riemen.

Ulm bejubelt Gold für Reinelt

Geschrieben von SÜDWEST PRESSE Ulm vom 1.8.2012.

Ulm.  Maximilian Reinelt hat gestern bei den Olympischen Spielen in London mit dem deutschen Ruder-Achter Gold geholt – und das just zum 125-jährigen Bestehen seines Vereins, des Ulmer Ruderclubs Donau.

"Das ist geil, was soll man sonst sagen!?" Andreas Huber, der Vorsitzende des Ulmer Ruderclubs Donau (URCD) war gestern Nachmittag ob des Olympia-Golds für den Ruder-Achter, in dem Vereinsmitglied Maximilian Reinelt sitzt, hocherfreut. Er hatte sich extra einen Fernseher mit ins Büro genommen, um den Wettkampf direkt mitzuverfolgen. "Ich bin fast gestorben: Die Engländer haben richtig Gas gegeben, so dass ich Zweifel hatte, ob das was wird", berichtet er über seine emotionale Berg- und Talfahrt als Zuschauer. "Aber die letzten 500 Meter waren fantastisch von unseren Jungs." Nach dem Sieg hat er Reinelt per SMS gratuliert.

Ex-Ruder-Olympiasieger Raimund Hörmann kann die Leistung auch nicht hoch genug einzuschätzen: "Das war ein Nervenkrieg. Wenn ein über Jahre dominierendes Boot plötzlich so unter Druck gesetzt wird, fällt es schnell auseinander. Wie die Deutschen das gemeistert haben, zeigt, welch geniale Wettkampftypen im Achter sitzen." Einen Rat hat Hörmann, der in Los Angeles vor 28 Jahren Gold mit dem Doppelvierer holte, auch noch für Reinelt: "Jetzt herrscht erst mal eine gewisse Leere im Kopf, weil plötzlich das Ziel weg ist, auf das man vier Jahre hingearbeitet hat. Da ist es gut, dass er sich bald wieder aufs Studium konzentrieren muss."

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Hoffnungslauf Frauen-Zweier-ohne, Vorlauf Vierer-ohne

Geschrieben von Hansjörg Käufer.

Der Zweier-ohne mit Kerstin Hartmann steht im Finale, der Vierer-ohne mit Urs Käufer zog direkt in die nächste Runde, das Halbfinale, ein. Nach der überragenden Vorstellung des Deutschlandachters mit Max Reinelt und dem direkten Halbfinaleinzug von Lena Müller im leichten Doppelzweier bleiben die Ulmer Ruderer auch am dritten Tag der olympischen Regatta erfolgreich.

Mit einer überzeugenden Leistung qualifizierten sich Kerstin Hartmann und Marlene Sinnig für das olympische Finale am Mittwoch, 12:50h MEZ. Im Hoffnungslauf gegen die Boote aus Rumänien, China, Italien, Argentinien und Südafrika musste unbedingt der zweite Platz her. Vor allem auf dem mittleren Teil der 2km Distanz machten Kerstin Hartmann und Marlene Sinnig enorm Druck. Kraftvoll trieben die Beiden ihr Schiff über das vom Wind aufgeraute, und daher schwierig zu rudernde Wasser. Das war auch nötig, denn neben den Rumäninnen galt der Zweier aus China ebenfalls als Kandidat fürs Finale. 500m vor dem Ziel ruderte Rumänien eine knappe Länge vor Deutschland, während China und der Rest mit zwei Längen und mehr dahinter lag. Kerstin Hartmann und Marlene Sinnig ließen sich den zweiten Rang nicht mehr nehmen und erreichten schließlich ungefährdet hinter Rumänien den zweiten Platz und damit das Finale.