Olympia-Pläne - Hörmann und das magische Alter

Geschrieben von SÜDWEST PRESSE Ulm vom 28.2.2002.

von SISSI STEIN-ABEL

Die Visionen der Ulmer Ruderer: Trainingszentrum und Naherholungsgebiet. 2012 wäre der Sohn genau so alt wie der Vater beim Gold-Rennen 1984

Eine Reise zu den Olympischen Spielen nach Ulm: Nicht gerade sonderlich attraktiv für einen Ulmer Sportler. Andererseits: Das wäre das Olympia der ganz kurzen Wege. Die Ulmer Ruderer sind ganz heiß auf die Spiele und haben für 2012 ganz besondere Visionen.


Kräftig trommeln für 2012: Raimund Hörmann - Olympiasieger, Metzger und Vize-Präsident des Ruderclubs. FOTO: arc Südwest-Presse

Ohne Boykott hätte Raimund Hörmann schon 1980 in Moskau Olympiasieger werden können. Die Goldmedaille für den Sieg im deutschen Doppelvierer zusammen mit seinem bereits vor neun Jahren gestorbenen Ulmer Kameraden Dieter Wiedenmann sowie den beiden Ingelheimern Michael Dürsch und Albert Hedderich bekam er schließlich 1984 am Ufer des Lake Casitas in der Nähe von Los Angeles umgehängt. Seinen ersten WM-Einsatz hatte er 1978 auf dem Lake Karapiro in Neuseeland. Sprich: Der 44-Jährige ist als Ruderer ganz schön herumgekommen in der Welt.

Seinem Sohn Raimund, 17 Jahre jung und im Doppelzweier zusammen mit Urs Käufer erfolgreich, hat der jetzige Vize-Präsident des Ulmer Ruderclubs "Donau" (URCD) im Scherz schon eine skurrile Vision nahegebracht: "Ich hab ihm gesagt: Es wäre ganz schön blöd, wenn Eure einzige Olympia-Teilnahme in Ulm wäre. . ." Dann nämlich, wenn das Großereignis 2012 in Stuttgart mit der Ruder-Außenstelle Ulm stattfinden würde. Gar nicht so abwegig. Und für Hörmann junior auch nicht: In jenem Jahr wird er 27 Jahre alt sein wie sein Vater beim Olympiasieg 1984.

Olympia 2012 - Ulm soll Austragungsort werden

Geschrieben von SÜDWEST PRESSE Ulm vom 26.2.2002.

WOLFGANG SCHEERER

Zuschlag für Rudern, Fußball und Basketball

Olympische Spiele 2012 in Stuttgart - längst mehr als Gedankenspiele. Heute wird beschlossen, dass Ulm Austragungsort für Rudern, Basketball und Fußball sein soll.


Olympische Ruderwettbewerbe in Ulm: Vieles spricht dafür. Foto: arc Südwest-Presse

Ulm an der Donau ist auch eine Stadt der Ruderer. Um nur zwei zu nennen: Raimund Hörmann und Dieter Wiedenmann holten 1984 im Doppel-Vierer olympisches Gold.

Olympia ist nun wieder das große Zauberwort. Wenn heute in Stuttgart, Kapitale der Bewerbung um die Sommerspiele 2012, das Sportstättenkonzept beraten und beschlossen wird, soll auch die Stadt Ulm dreimal als Austragungsort genannt werden - unter anderem für die Ruderwettbewerbe.

Erhält Stuttgart den Olympia-Zuschlag, werden an der Donau aller Voraussicht nach ebenfalls Vorrundenspiele im Fußball und Basketball ausgetragen. Beim Tennis (auch hier bestand Interesse) kommt die Stadt nicht zum Zuge, dafür aber eben in jener Sportart, in der Ulmer Athleten schon zahlreiche internationale Erfolge feierten.

Olympiasieger kommt ins Schwitzen - "Telefondiät" schlaucht zu sehr

Geschrieben von SÜDWEST PRESSE Ulm vom 2.7.2001.

Beim Ruder-Cup, der an diesem Wochenende schon zum 13. Mal ausgetragen wurde, prallten die Gegensätze aufeinander: Olympiasieger hier, Nachwuchs da. Talente hier, Anfänger dort. Aber eins war allen gemeinsam: der Spaß am Rudern.

WOLFGANG KARCZEWSKI

Albert Hedderich sieht man seinen Olympiasieg nach 17 Jahren nicht mehr an. Einen nicht gerade unauffälligen Bauch trägt er mit sich 'rum, stattliche 114 Kilogramm bringt er auf die Waage.

Damals, bei seinem größten Triumph, den er gemeinsam mit Raimund Hörmann sen., dem inzwischen verstorbenen Dieter Wiedenmann (beide Ulmer Ruder-Club Donau) und Michael Dürsch (Ingelheim) im Doppelvierer bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles feiern durfte, waren es 20 Kilo weniger.