Landesmeisterschaften BaWü in Breisach - URCD holt 14 Titel

Geschrieben von Hansjörg Käufer.

Damit hatten selbst die größten Optimisten nicht gerechnet. Angeführt von Kerstin Hartmann und Lena Müller, die jede Menge Erfahrung aus WM- und Olympiateilnahmen mitbringen, holten die Ulmer Ruderer auf dem Kulturwehr im badischen Breisach 14 Titel und zahlreiche vordere Platzierungen. An gewonnenen Titeln stehen die Ulmer damit einsam an der Spitze im Ländle. Cheftrainer Marcus Maier und der für die Junioren verantwortliche Jannik Möller konnten mehr als zufrieden sein.

Der URCD kann auch Landesmeisterschaft. Das war nicht immer so, denn seit Anfang der 2000der Jahre, gelang es durchweg die Besten ins Nationalteam zu führen. Zwar brachte man es zu zahlreichen Erfolgen an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen, gleichwohl konnten diese Ruderer wegen den Terminüberscheidungen nie an den Landesmeisterschaften teilnehmen. Es klemmte auf Landesebene und man spielte oft nur die dritte, bestenfalls mal die zweite Geige. Mit Kerstin Hartmann und Lena Müller sind nun zwei Leistungsträger vergangener Tage wieder ständig in Ulm. Lena Müller betreut die Jüngsten im URCD und auch Kerstin Hartmann bringt sich im Trainingsbetrieb und Ausbildung ein. Die Strahlkraft der Beiden griff in Breisach auf das gesamte Ulmer Team über. Nicht nur, dass sie bei einigen Rennen selbst zu Riemen und Skulls griffen, vielmehr profitieren die Jüngeren aus dem reichhaltigen Erfahrungsschatz der Beiden. Technik, Renntaktik, Stehvermögen, das alles geben Müller und Hartmann auf ihre ganz eigene Art weiter und kanalisieren die vielen Feinheiten des Rennruderns in einen selten erlebten Teamgeist.

Ulmer Damen drückend überlegen
Eine äußerst beeindruckende Leistung lieferte Anna Kracklauer ab. Vier Wochen nach ihrem fünften Rang bei der U-23-DM im Einer ruderte die 18-jährige, und damit Jüngste im Feld,  ihre Gegnerinnen in Grund und Boden. Zwei Längen und mehr bekamen die Damen aus Mannheim, Eberbach, Heidelberg und Nürtingen aufgebrummt. Wie  überlegen die Ulmer Damen sind, zeigten zwei weitere Titel an denen Anna Kracklauer beteiligt war. Mit Kerstin Hartmann im Doppelzweier gelang ein scheinbar müheloser Sieg, und ergänzt durch Lena Müller und Meike Dütsch stürmte der Ulmer Doppelvierer mit einem zwei-Längen-Abstand Richtung Gold. Den Ulmer Damen gelang bei den Titelkämpfen einfach alles, denn auch ein Start im Zweier-ohne, also im Riemenboot, münzten Lena Müller und Meike Dütsch in eine Goldmedaille um. Und als ob es abgesprochen gewesen wäre: auch diese Duo lag gut zwei Längen vor der Konkurrenz.

Nachwuchs macht auf sich aufmerksam
Ebenfalls drei Titel steuerten die B-Junioren Aaron Böhm und Max Hitzler zur Ulmer Bilanz bei. Jeweils mit einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg stellten sie im Zweier-ohne wie im Doppelzweier ihr Talent unter Beweis. Zusammen mit Noah Anger und Marc Meier ging auch der Vierer-ohne mit einer guten Länge vor Radolfzell und Stuttgart an die Donau.

Viele im Ulmer Team nutzten die Gelegenheit zu Doppelstarts. So holten Anouk Mertens und Julia Fangerau den Titel im Leichtgewichts Doppelzweier der B-Juniorinnen. Wie stark dieses Duo unterwegs ist, zeigte ihr Ausflug in die höhere Altersklasse der leichten A-Juniorinnen. Auch dort hatten die Boote aus Nürtingen, Heidelberg und Karlsruhe keine Chance gegen die bärenstarken Ulmerinnen.

Zwei Starts und zwei Titel auch für die A-Juniorinnen Chiara Kracklauer und Maxi Hartmann. Der Doppelzweier (mit 1 ½ Längen vor Nürtingen und Radolfzell), wie auch der Zweier-ohne (mit einer Länge vor Eberbach und Stuttgart) gingen an die Ulmerinnen.

Elisabeth Stützle, Constanze Schillinger, Lisa Frey, Anouk Eichelberger sind im Doppelvierer der B-Junioren unterwegs. Gesteuert und renntaktisch begleitet von Jordan Böhm holten sie eine Länge vor Karlsruhe, Radolfzell, Heidelberg und Stuttgart den Titel.

Die Jüngsten im Ulmer Team werden von Lena Müller betreut. Hier gab es zwei Goldmedaillen. Es waren Luka Radt und Paul Vasylyev die im Doppelzweier der 12- und 13-jährigen siegten. Ebenfalls aus Müllers Talentschmiede kommen Luis Lochschmidt, Teoman Markovic, Alexander Dollinger und Sebastian Frey, die in der Altersklasse der 13- und 14-jährigen unterwegs sind. Der von Mia Stützle gesteuerte Doppelvierer gestaltete ganz entgegen dem Ulmer Trend seinen Rennverlauf sehr spannend. Erst auf den letzten Metern konnten sie sich mit einer Sekunde vor Esslingen und Nürtingen durchsetzen.

Für jeweils Silber sorgten Marcel Schöpf im Junior-A-Einer, sowie Jordan Böhm, Luka Radt, Jennifer Baier, Monika Bundschuh mit Raja Nasler am Steuer im Mixed-Doppelvierer der 12- und 13-jährigen.