Alles Maier oder was?

Geschrieben von Jörg Haußer.

Seinen Vornamen bekommt man von den Eltern verpasst, den Nachnamen gibt's automatisch dazu. Seinen Namen einfach so zu ändern – da sagt das Serviceportal des Landes Baden-Württemberg nach dem Namensgesetz, dass das z.B. nur geht, "wenn der Familienname anstößig oder lächerlich klingt oder wesentliche Schwierigkeiten in der Schreibweise oder bei der Aussprache verursacht."

"Wesentliche Schwierigkeiten bei der Schreibweise" – da denkt niemand an den Familiennamen "Maier". Ganz zu schweigen an den Vornamen "Marcus". Diese Namen stehen aber im Pass von Marcus Maier, dem Cheftrainer des Ulmer Ruderclubs.

Der Betroffene selbst rollt mit den Augen und zieht dazu noch die Augenbrauen hoch. Das Problem ist fast so alt wie er selbst. Die Höhepunkte in dieser Geschichte waren die Siegerurkunde bei der Junioren-Weltmeisterschaft 1993 und sein Abi-Zeugnis. Beide mussten neu geschrieben werden. Auch die Ulmer Südwest Presse reiht sich gern und oft in diese Reihe ein. Aber das geht sicher auf Einflüsterer aus dem URCD zurück. Wie Rumpelstilzchen könnte der URCD-Cheftrainer jedes Mal sagen: "So heiß ich nicht, so heiß ich nicht!"

Beim Sprechen gibt es das Problem nicht. Die derzeitigen und ehemaligen URCD-Trainingsruderer rufen ihn ganz einfach "Maier". Und beim Schreiben? Sollte Marcus Maier sich überlegen, seinen Namen zu ändern - wegen "wesentlicher Schwierigkeiten in der Schreibweise"?

Wie kann man sich das jetzt ein für alle Mal merken, wie der "Maier" wirklich heißt?

Mit C wie Caesar und wie der Monat Mai. Aber in der Steigerungsform: Maier!


Foto: Carolin Strähle