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WM 2013 - Lena Müller im Finale, Kerstin Hartmann nicht

Halbfinals

Freude und Enttäuschung lagen am Tangeum-See bei Chungju für Lena Müller und Kerstin Hartmann gerade mal eine dreiviertel Stunde auseinander. Während Lena Müller und Anja Noske (Saarbrücken) im leichten Doppelzweier mit einem Halbfinalsieg am Samstag um die Medaillen kämpfen, verpasste der Zweier-ohne mit Kerstin Hartmann und Marlene Sinnig (Krefeld) den Finaleinzug und startet nun im B-Finale, das ebenfalls am Samstag auf die Strecke geht.

Es war eine technisch perfekte Vorstellung von Lena Müller und Anja Noske. Wenige Meter nach dem Start fanden sie in einen kraftvollen Streckenschlag und setzten sich an die Spitze des Feldes. Mit einer 36er-Frequenz kontrollierten die Deutschen dieses Halbfinale. "Wir sind vorne gut rausgefahren und lagen eine Länge vor dem Rest des Feldes" sagte Lena Müller zu diesem Streckenabschnitt. Der Rest des Feldes fand gegen die stark rudernden Deutschen kein Rezept. Selbst als die Boote aus Großbritannien und den Niederlanden 400 Meter vor dem Ziel ihre letzten Kräfte mobilisierten, zeigten sich Müller und Noske hellwach und konterten alle Angriffe. In 6:57,12 ruderten sie eine halbe Länge vor Großbritannien (6:57,85) und eine Länge vor den Niederlanden (6:59,94) übers Ziel. Auf den weiteren Plätzen folgten Australien, Schweden und Polen. Im anderen Halbfinale siegte erwartungsgemäß Elisabetta Sancassani und Laura Milani aus Italien (6:55,80) vor den USA (6:58,52) und Neuseeland (7:00,91).

"Das Rennen war wieder ein Schritt in die richtige Richtung" analysierte Lena Müller ihr Halbfinale, "zwischen 1.000 und 1.500 Metern hatten wir einen leichten Hänger. Als die Britinnen aufdrehten, mussten wir mit dem Druck hochgehen. Wir haben die Flucht nach vorne ergriffen, weil wir nicht um Platz drei kämpfen wollten. Jetzt müssen wir die Spannung hochhalten. Wir wollen im Finale einen raushauen. Italien ist auf jeden Fall Favorit, dahinter geht es eng zu. Wenn wir ein richtig gutes Rennen erwischen, ist alles möglich."

Vor einer schwer zu lösenden Aufgabe stand der Zweier-ohne mit Kerstin Hartmann und Marlene Sinnig. Mit Großbritannien, den USA und Neuseeland hatten sie die dominierenden Boote der Saison in ihrem Halbfinale. Hier unter die ersten drei zu kommen, stellte die Beiden vor eine kaum zu lösende Aufgabe. Zwar starteten Hartmann und Sinnig mutig ins Rennen, hängten sich anfangs an die Goldfavoriten aus Großbritannien, konnten aber in der Folge das hohe Tempo nicht halten. "Bis 1200 Meter haben sie eine ordentliche Auseinandersetzung gezeigt, danach konnten sie nicht mehr mithalten", erklärte Trainer Thomas Affeldt (Dortmund).

In der Tat: zu diesem Zeitpunkt war klar, dass die drei Finalplätze an Großbritannien, die USA und Neuseeland gehen. Vor Italien und Russland belegten die Deutschen den vierten Platz. Hartmann und Sinnig blieb somit nur das B-Finale am Samstag um die Plätze 7-12. "Ich habe mich bewusst in diesem Jahr aufs Studium konzentriert. Daher kann man nicht von einer optimalen Vorbereitung sprechen. Ich bin enttäuscht, dass wir es nicht gepackt haben. Aber ich kann es mir selbst erklären, warum es nicht gereicht hat", sagte Kerstin Hartmann nach dem Rennen und blickte gleich aufs B-Finale am Samstag. "Hauptgegner werden die Serbinnen sein, die wollen wir schlagen. Das ist Ehrensache."

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