WM 2025 in Shanghai
Inga Thöne holt Bronze
mit Para-Vierer
v.l.n.r. Marc Lembeck, (Leverkusen), Philipp Dosse (Hamburg), Inga Thöne (Ulm), Hermine Krumbein (Braunschweig), Kathrin Marchand (Leverkusen) (Foto: D. Seyb, Meinruderbild)
GESCHRIEBEN VON HANSJÖRG KÄUFER
Para-Vierer glänzt mit Energieleistung
Der deutsche Para-Mixed-Vierer mit Marc Lembeck, Kathrin Marchand (beide Leverkusen), Hermine Krumbein (Braunschweig), Philipp Dosse (Hamburg) sowie der Ulmerin Inga Thöne am Steuer glänzte auf dem Aquatic Sports Center von Shanghai und ruderte im WM-Finale aufs Podest. Nach 10 Jahren an den Steuerseilen des Para-Vierers gab die 32-jährige Ulmerin das Ende ihrer Karriere bekannt.
Es war also ein mehr als versöhnlicher Abschluss für die sympathische Crew, nachdem sie mit ihrem Vorlauf alles andere als zufrieden waren. Und auch im Finale lag der deutsche Vierer auf den ersten Metern der 2km-Strecke zusammen mit Brasilien am Schluss des Feldes. Doch nach der Startphase fanden Thöne und Co. immer besser zusammen. Während vorne Großbritannien und China klar Richtung Gold und Silber ruderten entwickelte sich zwischen den Deutschen, Brasilien, Italien und den USA ein erbitterter Kampf um Bronze.
Inga Thöne
"Bei 1000m war es so eng, dass sich eine Zwischenspurt angesagt habe", erklärt die Ulmerin, "und der hat richtig gut gesessen. Wir waren wieder im Geschäft um Bronze". Gesichert war der Podestplatz jedoch noch lange nicht. Die USA, Italien und Brasilien wehrten sich mit aller Macht. Im weiteren Verlauf blieben die Abstände knapp und wechselten mehrmals. Auf den letzten Metern hatten die Deutschen jedoch die besten Reserven "ich hatte bis zuletzt Angst, dass die USA noch an uns vorbeiziehen, doch unser Endspurt zündete". Mit 61/100stel, rund 2 Meter also, ruderten die Deutschen vor dem US-Vierer zu Bronze. "Für mich war das nach dem sehr knappen 4. Platz von Paris jetzt nochmal ein guter Abschluss, um in den Ruderruhestand zu gehen", resümierte die Ulmerin augenzwinkernd.
Inga Thöne blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück. Sie steuerte den deutschen Para-Vierer erstmals an der Ruder WM 2015 (7.Platz). Zu ihren Höhepunkten gehören jeweils ein 4. Platz an den Paralympics von Rio 2016 und Paris 2024. 2022 gab es an der Heim-EM in München Bronze, bei der WM in Račice/Tschechien sogar Silber. Weitere Erfolge gab es 2023 mit EM-Silber in Bled/Slowenien und WM-Bronze in Belgrad.
Stimmen zum Rennen
Para-Bundestrainer Marc Stallberg
"Ich freue mich sehr über diese Medaille, insbesondere, weil sich Marc Lembeck und Inga Thöne damit einen schönen Abschied aus der Nationalmannschaft bereitet haben. Beide waren da, als der Para-Vierer 2015 am Boden lag und seitdem am Aufbau beteiligt. Dafür gebührt ihnen Dank."
Schlagmann Marc Lembeck
"Im Finale haben wir uns trotz der Herausforderungen der letzten Wochen mit der Medaille nun auch noch persönlich belohnt."
| Ergebnis | ||
| 1. | GBR | 6:52,12 |
| 2. | CHN | 6:59,06 |
| 3. | GER | 7:04,98 |
| 4. | USA | 7:05,59 |
| 5. | ITA | 7:08,59 |
| 6. | BRA | 7:10,73 |
Fotos: Meinruderbild D. Seyb