2. World-Cup 2016 in Luzern - Finale als Olympiageneralprobe

Geschrieben von Hansjörg Käufer.

Der Deutschlandachter mit Maximilian Reinelt holt 68 Tage vor den Spielen Silber und bezieht damit seine erste Saison-Niederlage . Kerstin Hartmann belegt in einem starken Feld den siebten Platz. Am Finaltag der Olympia-Generalprobe herrschten auf dem Luzerner Rotsee zwar Dauerregen, ansonsten fanden die Akteure ideale Bedingungen vor. Kein Wind und spiegelglattes Wasser, fairer kann es im Rudersport nicht zugehen.

Einmal mehr sorgte die Neuauflage des Dauerbrenners Deutschland gegen Großbritannien schon Tage vor dem Finale für Spekulation und Spannung. Doch damit nicht genug. Mit Neuseeland, den Niederlanden, Russland und den USA standen sämtliche großen Achter-Nationen, alle, die auch in Rio um die Medaillen rudern werden, in diesem Finale.

Und da standen sie nun mit der Silbermedaille um den Hals und konnten ihre Enttäuschung nicht verbergen. Es waren nicht die Briten, sondern die Niederländer die vor dem deutschen Flaggschiff siegten. Lange Zeit war dieses Achter-Finale völlig offen. Bei Streckenhälfte gelang des den Niederländern, die letztes Jahr WM-Bronze holten, sich vom Feld zu lösen. Die Deutschen ruderten zu diesem Zeitpunkt hinter dem US-Achter auf dem Bronzerang. 500 Meter vor dem Ziel sah es sogar danach aus, dass Reinelt und Co mit ihrem gefürchteten Endspurt die Sache noch umbiegen könnten. Doch die späteren Sieger zeigten sich hellwach und wehrten den Angriff der Deutschen erfolgreich ab. Eine halbe Länge fehlte dem Deutschlandachter zum Sieg. 24/100stel dahinter ging Bronze an die USA. Die hoch gehandelten Briten mussten sich gar mit dem vierten Rang begnügen. "Heute war einfach nicht mehr drin", konstatierte ein enttäuschter Maximilian Reinelt.

Nach ihrem tollen Vorlauf folgte für Kerstin Hartmann und Kathrin Marchand (Leverkusen) die Ernüchterung im Halbfinale. Hinter den USA und Neuseeland hätte der dritte Rang fürs Finale gereicht. Doch ausgerechnet die WM-Vierten aus Dänemark, die dieses Jahr schon zwei Mal den Kürzeren gegen den Deutschen zogen, ruderten in diesem Halbfinale sehr stark. Hartmann und Marchand mussten sich eine Länge hinter Dänemark mit dem vierten Platz, also mit dem B-Finale begnügen. Und genau hier ruderten sich die Beiden ihren Frust vom Leib. Auf der zweiten Streckenhälfte drehten die Deutschen unwiderstehlich auf, die restlichen Boote konnten da nichts mehr ausrichten. Mit 1 ½ Längen vor Frankreich ging dieses B-Finale ungefährdet an die Deutschen.

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