Rang vier bei den Paralympics 2016 in Rio für Ulmer Rudererin
Foto: Hansjörg Käufer
Der ganz große Erfolg ist für Inga Thöne in Rio de Janeiro zwar ausgeblieben. Dennoch waren die Paralympics für die Steuerfrau vom Ulmer Ruderclub Donau ein unvergessliches Erlebnis.
Undankbar, Holzmedaille, Blech errudert – man kennt die Begriffe zur Genüge, wenn beim Saisonhöhepunkt statt einer Medaille lediglich der vierte Platz herausspringt. Der deutsche Para-Vierer, von der Ulmerin Inga Thöne gesteuert, konnte sich nach seinem Finale bei den Paralympics auf dem Lagoa Rodriga de Freitas über seinen vierten Platz dennoch riesig freuen. Gegenüber der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr gelang eine klare Verbesserung. Dort war die Crew um die Athletin vom Ulmer Ruderclub Donau (URCD) nämlich nur auf dem siebten Platz gelandet und hatte damit gerade noch das Ticket für Rio gelöst.
Auch diesmal führte ein steiniger Weg über den Hoffnungslauf ins paralympische Finale, doch dort lief es dann umso besser. Der britische Vierer machte von Beginn an enorm Druck und führte das Feld an, dicht gefolgt von den USA. An dritter Position setzten sich die Kanadier fest, während Inga Thöne und ihre Mitstreiter eine Länge dahinter alle Hände voll zu tun hatten, ihren vierten Platz vor den ständigen Angriffen der Südafrikaner zu verteidigen.
Beim Empfang in Ulm für seine olympische Silbermedaille mit dem Deutschland-Achter sprach Maximilian Reinelt über ein mögliches Karriereende.
SÜDWEST PRESSE: Herr Reinelt, Sie haben sich schon zum zweiten Mal nach dem Gold von London ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Wird das schon inflationär behandelt? MAXIMILIAN REINELT: Nein, ganz im Gegenteil, es war wieder ein besonderer Moment für mich. Die Personen, die sich dort eintragen dürfen, sind wirklich handverlesen. Ich habe ein paar Seiten zurückgeblättert, und an vierter oder fünfter Stelle habe ich unsere Unterschriften von 2012 gefunden.
SÜDWEST PRESSE: Mit etwas Abstand: Wie war Ihr persönlicher Eindruck von Rio 2016? MAXIMILIAN REINELT: Die Berichterstattung im Vorfeld war ja eher negativ. Aber ich habe wunderbare Spiele erlebt. Und für uns Ruderer war es die Strecke, die wir uns immer gewünscht haben: Man fährt von einem Ufer zum anderen, es waren 300 Meter nach Ipanema, die Christus-Statue hat über uns gewacht. Kurzum: Es war so, wie wir es uns immer gewünscht haben. Die Spiele waren aus unserer Sicht einfach nur super.
Maximilian Reinelt vom Ulmer Ruderclub Donau saß schon im Gold-Achter von London. "Wir können auch auf Silber stolz sein", sagt der 27-Jährige.
SÜDWEST PRESSE: Herr Reinelt, Sie waren im Achter auch vor vier Jahren beim Olympiasieg in London mit an Bord. Wie schätzen Sie jetzt Silber ein?
MAXIMILIAN REINELT: Die Briten haben ein Paradebeispiel dafür geliefert, wie man so ein Rennen fährt. Sie haben vorgelegt und dann alle Angriffe gekontert. Sie waren einfach stärker, das muss man klar anerkennen. Natürlich will man nicht verlieren, wenn man in einem olympischen Finale steht. Aber auch wir können unheimlich stolz darauf sein, was wir in den letzten vier Jahren zusammen erarbeitet haben. Wir sind froh über die Silbermedaille.
Gold in London, Silber in Rio: Der Deutschland-Achter hat ein gutes Rennen gezeigt, aber die Briten waren stärker und am Ende eine halbe Länge voraus.
Spektakulärer kann die Szenerie für ein Olympiafinale kaum sein. Unter den Augen der berühmten Christusstatue auf dem Corcovado holten die "glorreichen Zehn", wie sie seit dem Triumph von London 2012 heißen, im allerletzten Wettbewerb die Silbermedaille auf der Ruderstrecke am Estadio da Lagoa mit seinen gewaltigen, vollbesetzten Stahlrohrtribünen.
Die glorreichen Zehn? Acht starke Männer an den Riemen, ihr Steuermann Martin Sauer – und als zunächst gewohnt zurückhaltender Zuschauer der Bundestrainer. Wieder war der inzwischen 60-jährige Ralf Holtmeyer der Mann im Hintergrund, der am Stützpunkt in Dortmund das deutsche Flaggschiff auf Medaillen-Kurs gebracht hat.
"Natürlich gewinne ich lieber, aber die Briten waren diesmal besser. Es ist nicht umsonst die stärkste Ruder-Nation, die es gibt", sagte Steuermann Martin Sauer. Und sie haben die Schmach von 2012, als es beim olympischen Heimrennen nur zu Bronze reichte hinter dem deutschen Flaggschiff und den Kanadiern, in Rio ausgebügelt. Der Olympiasieg ist alles andere als eine Überraschung: Der britische Achter war bereits bei den Weltmeisterschaften 2013, 2014 und 2015 nicht mehr zu bezwingen gewesen.
Nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen. Das ist zwar in alter Spruch, er hat aber nichts an seiner Gültigkeit verloren.
Das war dann doch noch knapp. Der britische Achter und der Deutschland-Achter mit unserem Max Reinelt im Maschinenraum kamen beim Start beide sehr gut weg und lagen zu Beginn des Rennens auf der traumhaft gelegenen olympischen Regattastrecke gleich auf, mit leichten Vorteilen für den Achter von der Insel. Und diesen Vorteil konnten die Männer um den 37-jährigen Altmeister Andy Triggs Hodge immer weiter ausbauen.
Nachdem der erste Platz im Rennen nicht mehr erreichbar war, wurde es beim Rennen um die Plätze 2 und 3 sogar noch ziemlich knapp. Ein paar Hundertstel vor dem Oranje-Achter ruderte der Deutschland-Achter über die Ziellinie auf der Lagoa Rodrigo de Freitas.
Am Ende gab es im Ruderheim doch Beifall für Silber des deutschen Achters in Rio. Alle hätten dem Ulmer Max Reinelt natürlich nochmal Gold gegönnt.
Das waren dramatische rund fünf Minuten – auch im Ruderheim des Ulmer Ruderclubs Donau an der Bootshausstraße. Dort hatten sich beim Public Viewing am Samstag etwa 50 Ruderer eingefunden, um ihren Vereinskameraden Maximilan Reinelt bei Olympia in Rio im Deutschland-Achter möglichst siegen zu sehen. "Auf geht’s" hieß es noch zu Beginn des Finallaufes, als Rivale England lediglich knapp vorne lag. Als die Engländer dann aber auf dem mittleren Abschnitt der 2000-Meter-Strecke davonzogen, wurden die Mienen im Clubheim immer länger.
Beim Zieleinlauf schlugen manche sogar die Hände über dem Kopf zusammen, denn Reinelt und sein Team waren trotz ihrer Auholjagd weit von Gold entfernt und mussten nach einem Angriff der Niederländer sogar um die Silbermedaille bangen. Aber dann rief einer: "Silber!", und es gab ungeachtet der Enttäuschung über das verlorene Gold doch Beifall. Auch der Ulmer Gold-Ruderer Raimund Hörmann ließ Milde walten.
So haben sich Kerstin Hartmann und Kathrin Marchand nach der relativ deutlichen Niederlage im Halbfinale auf Facebook motiviert. Und das war auch deutlich im B-Finale zu spüren. Auch wenn es "nur" um die Plätze 7 bis 12 ging, wollten sie nochmal alles geben. Bis nach der 1.000-Meter-Marke lagen sie noch auf Platz 1, 2 Sekunden vor den Chinesinnen, die sich danach aber immer mehr nach vorne schieben konnten.
Bei 1.500 m lagen die Chinesinnen aber dann eine knappe Sekunde vorne und gaben die Führung nicht mehr ab. Kerstin und Kathrin setzten noch zum Schlusspurt an und konnten die Rumäninnen mit 6 Hundertstel Vorsprung abwehren. Platz 8 bedeutet dann doch einen versöhnlichen Abschluss der olympischen Regatta 2016 in Rio für das einzige deutschen Riemenboot der Frauen. Jetzt bleibt Zeit zum Feiern und morgen dem Deutschlandachter die Daumen zu drücken, und dann noch eine Woche den olympischen Trubel beim Besuch aller möglicher Sportereignisse zu genießen.
Das Team
Auf Wiedersehen bei der olympischen Siegesparty, unter anderem mit dem Zweier ohne der Herzen, demnächst im Ulmer Ruderclub. Da freuen wir uns schon drauf.
Es hat leider nicht ganz gereicht. Kerstin Hartmann und Kathrin Marchand erreichten im Halbfinale der olympischen Regatta 2016 von Rio de Janeiro im Rennen des Frauen Zweier ohne den 5. Platz mit circa 9 Sekunden Rückstand auf Platz 3, der für das Erreichen des A-Finales am Freitag nötig gewesen wäre.
Sie dürfen aber nochmal ran, nächster Start ist am Freitag um 14:30 Uhr im B-Finale (Startliste), bei dem die Plätze 7 bis 12 ausgefahren werden.
Hier die Zeiten:
Im Vergleich dazu der erste Lauf des Halbfinales mit den Favoriten aus Großbritannien mit einer wirklich deutlich schnelleren Zeit als die Sieger im 2. Lauf, aber auch hier gilt sicherlich, nach Möglichkeit Kräfte sparen fürs Finale:
Für den Ulmer Maximilian Reinelt läuft bei Olympia alles auf ein Achter-Duell mit Großbritannien heraus.
Als Teil eins der Goldjagd erfolgreich absolviert war, begannen für den Deutschland-Achter die Probleme. Nach ihrem souveränen Finaleinzug bei der olympischen Regatta wollte die Crew um Maximilian Reinelt vom Ulmer Ruderclub Donau an der Lagoa Rodrigo de Freitas noch ein zweites Frühstück einnehmen, doch das Buffet war schon abgeräumt. Die Modellathleten reisten hungrig mit dem Bus ins Olympische Dorf zurück, zufrieden waren sie dennoch.
Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) hatte zuvor mit einem deutlichen Vorlaufsieg seine Goldambitionen in Rio eindrucksvoll untermauert. Der Vorsprung auf Rekord-Olympiasieger USA betrug nach 2000 m eine knappe Bootslänge. Polen folgte weit abgeschlagen. Im Ziel klatschten sich die siegreichen Ruderer ab, holten sich Wasser am Steg und verschwanden kommentarlos. Bis zum Finale am Samstag haben sich die starken Männer des deutschen Paradebootes einen Maulkorb verhängt, die Konzentration soll vor dem Saisonhöhepunkt nicht mehr gestört werden. Also schweigte auch Medizinstudent und Olympiasieger Maximilian Reinelt.
Das Wasser auf dem Lagoa Rodrigo de Freitas in Rio hatte sich wieder beruhigt d.h. die olympische Regatta konnte am Montag wieder regulär gestartet werden. Bei nur 7 gemeldeten Booten ging es im Männer Achter um die Entscheidung, wer direkt ins Finale kommt. Im Vorlauf mit 4 Booten zeigt der Achter aus Großbritannien seine dominierende Position und gewann mit mindestens einer Länge Vorsprung und erreichte als Sieger direkt den Endlauf am Samstag.
Im zweiten Vorlauf mit drei Booten fast das gleiche Bild. Auch hier konnte der Deutschlandachter, aus Ulmer Sicht gerne "Reinelt & Co." genannt, mit einem überzeugenden Rennen ohne Umweg über den Hoffnungslauf direkt ins Finale einziehen. Trainer Ralf Holtmeyer sagte in der ARD-Sportschau, dass die Männer vom Deutschlandachter heute im Vorlauf nicht alles hätten raushauen müssen.
Es wäre am Sonntag losgegangen für Kerstin Hartmann und Kathrin Marchand. Der Rennbeginn am Sonntag in Rio de Janeiro wurde wegen heftigen Windes zunächst um eine Stunde verschoben, dann um eine weitere Stunde, ist jetzt aber komplett für Sonntag abgesagt worden. Ein neues Spiel, ein neues Glück: Die Rennen vom Sonntag werden am Montag hinten drangehängt. Deren Folgerennen vom Montag werden am Dienstag hinten drangehängt.
Vorlauf Die gute Nachricht: Kerstin und Kathrin haben es geschafft, ohne Hoffnungslauf ins Halbfinale zu kommen. Sie hatten den Vorlauf mit den Favoriten aus Großbritannien erwischt, so dass klar war, nur soviel Energie einzusetzen, wie für den dritten Platz nötig, um weiter zu kommen. Von der Renntaktik her sah es auch so aus, wie wenn genau dieser dritte Platz angepeilt worden war, denn die davor platzierten Britinnen und Däninnen kamen mindestens 12,60 Sekunden früher ins Ziel. Insgesamt war es die langsamste Zeit der dritten Plätze in allen drei Vorläufen.
Zusammengefasst von den Mädels: "Vorlauf solide gemeistert und für das Halbfinale qualifiziert. Nicht mehr und nicht weniger. Mittwoch geht's weiter."
Lena Müller soll den Nachwuchs für das Rudern begeistern
Während die Ulmer Ruderer bei Olympia um Medaillen kämpfen, kämpft der URCD um darum, den Nachwuchs für den Sport zu begeistern.
Wenn Maximilian Reinelt und Kerstin Hartmann in diesen Tagen bei den Olympischen Spielen in Rio am Start sind (siehe Zusatzinfo unten), beginnen beim Ulmer Ruderclub Donau (URCD) wahre Festwochen. "Natürlich haben wir zu jeder Regatta mit unseren Ulmern ein Public Viewing in der Gaststätte", sagt Olympiasieger und stellvertretender URCD-Vorsitzender Raimund Hörmann. Von einer Rudereuphorie beim Nachwuchs ist nach der Rekordteilnahme von vier Ulmer Athleten und dem Olympiasieg Reinelts in London 2012 allerdings nicht viel zu spüren.
Zusatzinfo: Ferien- und Olympiaprogramm Jugendcamp Der Ulmer Ruderclub Donau sucht weiterhin Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren, die in den Leistungssport einsteigen wollen. Hierfür bietet Lena Müller gemeinsam mit Cheftrainer Marcus Maier am Wochenende des 10. und 11. September ein Feriencamp an. Hier erfährt der Nachwuchs alles über den Rudersport und kann bereits selbst einige Bahnen auf der Donau drehen.
TV-Zeiten Die olympischen Regatten in Rio starten an diesem Wochenende. Kerstin Hartmann sitzt am Sonntag um 15.10 Uhr im Zweier-ohne, Maximilian Reinelt am Montag im Deutschlandachter. Sollten sie ins Finale kommen, wird Hartmann am Freitag ab 15.24 Uhr (MESZ) in der ARD zu sehen sein, Reinelt wäre am Samstag um 16.24 Uhr (live im ZDF) dran.
Maximilian Reinelt setzt bei Olympia auf Gold. Warum Kerstin Hartmann auf widrige Bedingungen hofft.
Selten ist ein Ruderrennen mit einer solchen Spannung erwartet worden wie das olympische Finale im Männer-Achter am 13. August. Während 2012 die Deutschen als klare Goldfavoriten galten, diese Rolle annahmen und eindrucksvoll in die Tat umsetzten, ist die Lage in Rio eine völlig andere.
Deutschland will wieder Gold. Nur sind da in Rio vier weitere Boote, die Ansprüche aufs Edelmetall reklamieren: Die Niederlande, die in Luzern eindrucksvoll siegten, die Briten, eine Crew, die stets bei der Weltmeisterschaft ihre Bestform abruft, die Neuseeländer, junge Himmelsstürmer, die in der Vergangenheit nur knapp hinter den drei Erstgenannten rangierten, und die USA. Eine Medaille ist vielleicht auch den Polen zuzutrauen.
In Abwesenheit der Niederländer siegten die Deutschen beim letzten World Cup in Poznan knapp vor Großbritannien. Ein wichtiger Aspekt ist speziell in Rio die Gesundheit. Da treibt es Ruderern wie Betreuern Sorgenfalten auf die Stirn. Die olympische Regatta wird auf der Lagoa Rodrigo de Freitas ausgetragen – ein Gewässer mit teilweise problematischen Werten. Oft treiben massenweise tote Fische an der Oberfläche. Mit dem Wasser sollte man nicht in Berührung kommen. Beim Rudern sind aber Spritzer nicht zu vermeiden. Hautausschläge oder eine Magen-Darm-Infektion können die Folgen sein. Mit entsprechender Kleidung und Desinfektion wird versucht, das Schlimmste zu verhindern. "Rio, das wird ein absolut hartes Ding", ist sich der Ulmer Maximilian Reinelt auch deshalb sicher.
Dabeisein ist (fast) alles: Die Ulmer Ruderin Kerstin Hartmann feiert bei Olympia in Rio bereits den zweiten Höhepunkt ihrer Karriere. Kerstin Hartmann und Kathrin Marchand rudern im einzigen Riemenboot der Frauen für Deutschland in Rio Foto: Hansjörg Käufer
Noch fünf Tage bis zum Start: Kerstin Hartmann vom Ulmer Ruderclub und ihre Teamkollegin Kathrin Marchand aus Leverkusen bilden seit fast zwei Wochen jeden Tag die Zahl mit ihren Körpern, die den Countdown zum Start bei der Olympischen Ruderregatta in Rio de Janeiro darstellt.
Es ist ein Fall für Zwei. Nur die Athletin des Ulmer Ruderclubs Donau und ihre Leverkusener Ruderpartnerin vertreten in Rio die deutschen Farben im „Team Frauenachter“, wie sich die Riemen-Ruderinnen nennen. Der Zweier-ohne ist das einzige deutsche Boot, das neben den Skull-Vertretern Doppelzweier und Doppelvierer an der Copacabana startet. Der Einer, der Vierer und auch der Achter waren bereits in der Olympia-Qualifikation gescheitert.
Die Ulmer Ruderer sind am Freitagmorgen in Rio gelandet. Die Stimmung ist ausgelassen.
Die Ruder-Nationalmannschaft um Maximilian Reinelt und Kerstin Hartmann vom Ulmer Ruderclub Donau (URCD) ist Freitagfrüh mit dem Flieger in Rio gelandet. Bis zu den ersten Vorläufen bei den Olympischen Spielen am 7. August sind es noch neun Tage.
Maximilian Reinelt, 27, hat mit dem Deutschland-Achter 2012 in London Olympia-Gold gewonnen. Gelingt dem Ulmer in Rio ein zweiter großer Triumph?
SÜDWEST PRESSE: Herr Reinelt, was ist für Sie bis heute die stärkste Erinnerung an London?
MAXIMILIAN REINELT: Für mich ist die schönste Erinnerung das Rennen selbst. Diese letzten 500 Meter, als wir gemerkt haben, dass wir einen Tick Vorsprung hatten, dass es reichen kann. Und dann das Gefühl, es gemeinsam geschafft zu haben, als Mannschaft. Und sich das alles über Jahre zusammen hart erarbeitet zu haben.
SÜDWEST PRESSE: Die letzten 500 Meter, dieser unglaubliche Endspurt, das war wirklich ein Krimi, gekrönt mit Gold. . .
MAXIMILIAN REINELT: Es war wirklich eng, die Briten plötzlich wieder vor uns, da hat unser Steuermann Martin Sauer gerufen: Jetzt! Alles oder Nichts! Und da hat man gemerkt: Ja, wir kommen weg. Wir kommen tatsächlich weg. Wenn jetzt nichts mehr schiefgeht, holen wird Gold. Dieser Moment war für mich der schönste der Olympischen Spiele.
Bei den Deutschen Meisterschaften der U 23 in Hamburg durfte sich Laura Boe über zwei Bronzemedaillen freuen, und auch Mahni Fatahi schaffte es aufs Podest.
Schleppend traten sie in die Saison, doch rechtzeitig zum Höhepunkt zeigten die Leichtgewichts-Ruderer des Ulmer Ruderclubs Donau (URCD), Laura Boe und Mahni Fatahi, eine tolle Form. Bei den Deutschen Meisterschaften der U 23 in Hamburg durfte sich Laura Boe über zwei Bronzemedaillen freuen, und auch Mahni Fatahi schaffte es aufs Podest.
Die Wettkampfhärte haben sich die Ulmer Ruderer beim letzten Weltcup in Posen geholt. Jetzt geht es ins letzte Trainingslager vor Olympia.
Beim Ruder-Weltcup in Posen, dem letzten vor den Olympischen Spielen, haben die Ruderer vom Ulmer Ruderclub Donau einen Sieg, einen vierten und einen fünften Platz erreicht. Damit gelang, was man sich insgeheim erhoffte: Mit einem guten Gefühl in die abschließende Trainingsphase zu treten, schließlich wollen Maximilian Reinelt im Achter, Kerstin Hartmann im Zweier-ohne und Steuerfrau Inga Thöne im Mixed-Para-Vierer bei den Olympischen Spielen (5. bis 21. August) beziehungsweise bei den Paralympics (7. bis 18. September) in Bestform antreten.
Während drei Ulmer Rudersportler bei der Weltcup-Regatta in Posen im Einsatz sind, schaut eine nur zu: Lena Müller hat ihre Karriere beendet.
49 Tage vor Beginn der Spiele steht der letzte große Olympia-Test auf dem Programm. Auf dem Malta-See im Osten der polnischen Metropole Posen treffen sich beim Weltcup knapp 600 Ruderer aus 48 Nationen. Beim letzten Kräftemessen vor Rio sind vom Ulmer Ruderclub Donau Maximilian Reinelt im Achter und Kerstin Hartmann im Zweier-ohne am Start. Zudem steuert Inga Thöne den Para-Mixed Vierer.