Der Deutschlandachter mit Maximilian Reinelt holt 68 Tage vor den Spielen Silber und bezieht damit seine erste Saison-Niederlage . Kerstin Hartmann belegt in einem starken Feld den siebten Platz. Am Finaltag der Olympia-Generalprobe herrschten auf dem Luzerner Rotsee zwar Dauerregen, ansonsten fanden die Akteure ideale Bedingungen vor. Kein Wind und spiegelglattes Wasser, fairer kann es im Rudersport nicht zugehen.
Einmal mehr sorgte die Neuauflage des Dauerbrenners Deutschland gegen Großbritannien schon Tage vor dem Finale für Spekulation und Spannung. Doch damit nicht genug. Mit Neuseeland, den Niederlanden, Russland und den USA standen sämtliche großen Achter-Nationen, alle, die auch in Rio um die Medaillen rudern werden, in diesem Finale.
Nach ihrem tollen Vorlauf folgte für Kerstin Hartmann und Kathrin Marchand (Leverkusen) die Ernüchterung im Halbfinale. Hinter den USA und Neuseeland hätte der dritte Rang fürs Finale gereicht. Doch ausgerechnet die WM-Vierten aus Dänemark, die dieses Jahr schon zwei Mal den Kürzeren gegen den Deutschen zogen, ruderten in diesem Halbfinale sehr stark. Hartmann und Marchand mussten sich eine Länge hinter Dänemark mit dem vierten Platz begnügen.
Bärenstarker Auftakt in den World-Cup für den deutschen Zweier-ohne mit Kerstin Hartmann und Kathrin Marchand (Leverkusen). Mit einem zweiten Platz hinter den Weltmeisterinnen Helen Glover und Heather Stanning (Großbritannien) qualifizierten sie sich direkt fürs Halbfinale am Samstag. Der Gang in den kräfteraubenden Hoffnungslauf blieb den ihnen damit erspart.
Die Deutschen zeigten sich bei idealen Verhältnissen (22°C, windstill) bestens aufgelegt. Hinter den Favoritinnen aus Großbritannien hielten sie vom Start weg die zweite Position. Immer wieder versuchten Hedvig Rasmussen und Anne Andersen, die WM-Vierten aus Dänemark, den Deutschen ihren zweiten Rang abzunehmen, allein gegen Hartmann und Marchand war in diesem Vorlauf nichts zu machen. Zwei Längen vor Dänemark durften sich die Deutschen über den keineswegs selbstverständlichen direkten Einzug ins Halbfinale freuen. Dänemark, Neuseeland II, die Niederlande und Italien müssen nun in den Hoffnungslauf. In den anderen zwei Vorläufen holten sich USA I, Neuseeland I, USA II und Südafrika die direkten Spots fürs Halbfinale.
Mekka des Rudersports, Göttersee, der Luzerner Rotsee genießt wegen seiner Schönheit und den stets fairen Bedingungen bei den Fans, vor allem jedoch bei den Akteuren höchstes ansehen. Deshalb verwunderte es kaum, dass 70 Tage vor den Olympischen Spielen alles was im Rudern Rang und Namen hat zum Härtetest in die Zentralschweiz fährt. Vom Ulmer Ruderclub sind Maximilian Reinelt im Achter und Kerstin Hartmann im Zweier-ohne am Start.
Optimaler Lauf aus Ulmer Sicht bei der EM auf dem Beetzsee in Brandenburg. Der Deutschlandachter mit Maximilian Reinelt verteidigt seinen Titel erfolgreich und der Zweier-ohne mit Kerstin Hartmann und Partnerin Kathrin Marchand (Leverkusen) gewinnt Silber.
Da hatten sie alle Hände voll zu tun, die Finalteilnehmer bei der EM auf dem Beetzsee. Ein starker Ostwind türmte hohen Wellen auf, die den Booten von der Backbord-Seite her sehr zu schaffen machen. Seitenwind bedeutet im Rudern, Steuerschwierigkeiten, es bedeutet ein ständiges Auf und Ab zwischen den Wellen. So fällt es schwer den Rhythmus zu halten. Wer technisch patzte sah sich da schnell im Nachteil.
Es war der 31.Mai 2015 als die Deutschen ihre Erzrivalen von der Insel zum letzten Mal besiegten. Reinelt und Co. holten seinerzeit Gold bei der EM in Poznan. Die folgenden vier Auseinandersetzungen, zuletzt das WM-Finale in Frankreich, entschieden alle die Briten, wenn auch knapp, zu ihren Gunsten. Jetzt, im Zielauslauf des Beetzsees hingen die Männer des deutschen Achters erschöpft über ihren Riemen. Gerade hatten sie ein ziemlich kurioses Rennen hingelegt. Von der letzten Position, die sie nach 500m belegten, kämpften sie sich in einer sehenswerten Wasserschlacht Schlag für Schlag an die Spitze des Feldes rangen auf den letzten Metern sogar die lange führenden Russen nieder. Die Briten, von vielen auf Gold gehandelt, ruderten eine Länge hinter den Deutschen zu Bronze. „Wir sind schwer ins Rennen gekommen, jeder hat mal gepatzt, auch ich habe einen Krebs gefangen“, erklärte Reinelt nach dem Rennen. „Im weiteren Verlauf haben wir immer besser unseren gemeinsamen Druckpunkt gefunden, und ab da ging unsere Kiste richtig gut ab.“ Zu sehen war das an der Teilzeit der letzten 500m. Reinelt und Co benötigten dafür 1:26.79 die zweitplatzierten Russen 1:29,22. Im Achter, besonders auf diesem hohen Niveau, eine Welt. Mit Blick auf die letzten Niederlangen gegen die Briten war dieser Erfolg für „unsere Moral unglaublich wichtig“.
Schon im Vorfeld gab es kaum einen Zweifel, dass Gold im Zweier-ohne an die Britinnen Helen Glover und Heather Stanning gehen wurde. Einmal mehr zeigten die amtierenden Weltmeisterinnen auf dem Beetzsee ihre Extraklasse. Doch was Kerstin Hartmann und Kathrin Marchand dahinter aufs Wasser zauberten war ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Mit einer technisch sehr sauberen Fahrt bissen sie sich lange an den Britinnen fest. Als Letztere ihren Vorsprung allmählich ausbauten, wurde den Deutschen immer bewusster, dass Silber in greifbarere Nähe liegt. Hartmann und Marchand nutzten ihre Chance flogen sauber über die Wellen und sicherten so zwei Längen vor Rumänien die Silbermedaille. „Das war heute unser Wetter“, freute sich die Ulmerin nach dem Rennen. „Wir haben sehr darauf geachtet nicht zu oft an die Wellen zu knallen. Das war der Schlüssel fürs Podest“. In der Tat: ihre Konkurrentinnen kamen da wesentlich schlechter zurecht. Nach 2013 in Sevilla und 2010 in Portugal war dies das zweite EM-Silber für Kerstin Hartmann. Bronze ging an Rumänien.
Eine Stimme von Steuermann Martin Sauer: Es war unglaublich heute. Anfangs ist ständig einer der Jungs mit seinem Blatt hängen geblieben oder an eine Welle geknallt. Aber wir haben zurück ins Rennen gefunden. Taktisch war heute nichts zu machen. Alles ging über Kampf.
Bei der Ruder-EM auf dem Beetzsee in Brandenburg/Havel steht der Deutschlandachter mit dem Ulmer Maximilian Reinelt bereits im Finale am Sonntag. Dagegen muss der Zweier-ohne mit Kerstin Hartmann in den Hoffnungslauf am Samstag.
Vorlaufsieg in 5:51.45 für Reinelt und Kollegen und damit ein guter Auftakt in die Olympiasaison. Mit dem Boot aus den Niederlanden, die bei der letzten WM eine halbe Länge hinter den Deutschen auf dem Bronzeplatz landeten, war dieser Sieg keineswegs selbstverständlich. Nur die Erstplatzierten der beiden Vorläufe qualifizierten sich direkt fürs Finale am Sonntag. Die gut 2000 Zuschauer sahen einen überzeugenden Start-Ziel-Sieg der Männer von Ralf Holtmeyer (Dortmund). Schon nach wenigen Schlägen führten sie und kontrollierten nach 700 Metern aus einem sicheren Ein-Längen-Vorsprung das Rennen. Russland, die Niederlande und Tschechien konnten da nichts mehr ausrichten. Im anderen Vorlauf siegten erwartungsgemäß die Briten in 5:50.48.
Die Athleten des Deutschlandachters sind nominiert. Maximilian Reinelt vom Ulmer Ruderclub hat zum siebten Mal in Folge seinen Platz im Flaggschiff sicher. Jetzt wurde das Team der Presse vorgestellt. Ein Besuch im Leistungszentrum am Dortmund-Ems-Kanal.
Der Nordwesten Dortmunds, Hafengegend, Spundwände, es ist 9 Uhr. An der Rampe vor dem Leistungszentrum legt gerade der Deutschlandachter mit dem Ulmer Maximilian Reinelt an. Trotz der Aprilfrische rinnt den Männern Schweiß von der Schläfe. 24 Kilometer liegen hinter den Athleten. Seit wenigen Tagen hat das monatelange Testen und Selektieren, oder besser: die interne Rangelei des 22-köpfigen Teams Deutschlandachter ein Ende. Sie wissen nun, wer bis Rio im Flaggschiff rudert, ebenso wie Vierer und Zweier besetzt werden. Für die Ruderer ein wichtiges Etappenziel. Es ist, wenn man so will, eine Art Befreiung, denn ab sofort richten sie ihren enormen Aufwand an den internationalen Konkurrenz aus. Die Mission Goldverteidigung wird den acht Männern die nächsten 96 Tage alles abverlangen. Heute wird das Team der Presse vorgestellt.
Zwei Regattaplätze, eine Gefühlslage: die Resultate nicht schlecht, so richtig auf Betriebstemperatur sind die Ulmer Spitzenruderer allerdings noch nicht. Beim World-Cup in Varese/Oberitalien belegte Kerstin Hartmann mit ihrer Partnerin Kathrin Marchand (Leverkusen) den vierten Platz. In Köln/Fühlingen, beim nationalen Ranking der Kleinboote, landete Maximilian Reinelt mit Partner Malte Jakschik (Rauxel) auf dem fünften Platz. Leichtgewicht Lena Müller dagegen verpasste den Einzug ins Finale und muss ihre Hoffnungen auf Rio begraben.
Kerstin Hartmann vom Ulmer Ruderclub hat ihr Olympia-Ticket schon sicher, Kollege Maximilan Reinert hat gute Chancen auf einen Platz im Deutschland-Achter. Schwer kämpfen um Rio muss Lena Müller.
Am Wochenende beginnt die heiße Phase der Olympiasaison. Die Rio-Kandidaten des Ulmer Ruderclubs (URCD) sind im oberitalienischen Lago di Varese und auf der Regattabahn in Köln/Fühlingen erstmals über die olympische 2000-Meter-Distanz im Einsatz. In Varese trifft sich ein Großteil der internationalen Elite, darunter Kerstin Hartmann im Zweier-ohne, während Maximilian Reinelt (ebenfalls Zweier-ohne) und Lena Müller im leichten Einer in Köln gegen die nationale Konkurrenz bestehen müssen.
Kerstin Hartmann im Zweier ohne Schlagfrau bei der WM 2015 Foto: Hansjörg Käufer
Plötzlich ging alles ganz schnell: Die Besetzung des ersten deutschen Bootes im Riemen-Bereich bei Olympia im August in Rio steht fest. Bei einer verbandsinternen Ausscheidung der deutschen Ruderer für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) setzten sich Kerstin Hartmann vom Ulmer Ruderclub Donau (URCD) und ihre Partnerin Kathrin Marchand (Leverkusen) im Zweier-ohne auf der Regattabahn in Köln-Fühlingen deutlich durch. Das Duo muss ab sofort auf dem Weg nach Brasilien keine Konkurrenz mehr fürchten. Die beiden können sich nun voll auf den olympischen Zweier konzentrieren.
"Wir sind jetzt total erleichtert", strahlte die Ulmerin nach dem Rennen: "Die letzten Wochen waren mental für uns ganz schön aufreibend. Nicht immer lief unser Boot gut." Doch die Nervosität der URCD-Ruderin im Vorfeld war unnötig. Schon der Vorlauf zeigte, dass die langjährige Zweier-Dominanz von Kerstin Hartmann auch in der olympischen Saison Bestand hat. Im Finale packten die WM-Achten des Vorjahres dann ihre Gala-Form aus. Schnell setzten sie sich von den anderen Booten ab und bauten ihren Vorsprung bis ins Ziel auf 13 Sekunden aus – ein Klassenunterschied.
Egal ob mit Blick auf Olympia oder auf die nationale U-23-Konkurrenz. Die Ulmer Ruderer zeigten sich beim Testwochenende auf dem Ergometer im Dortmunder Leistungszentrum und beim Langstreckenrennen auf dem Dortmund-Ems-Kanal überwiegend in guter Verfassung. Ein Sieg durch den Zweier-ohne mit Kerstin Hartmann und Kathrin Marchand (Leverkusen) und weitere vordere Platzierungen sprangen heraus.
Schwierige Verhältnisse herrschten am Renntag. Regen und böiger Seitenwind der auf dem 6km langen Abschnitt des Dortmund-Ems-Kanal hohe Wellen auftürmte, erschwerte die Arbeit in den Kleinbooten. Viele Ruderer fanden da nur schwer in einen konstanten Rhythmus. Ein Boot zeigte sich den widrigen Bedingungen zum Trotz bestens aufgelegt: der Zweier-ohne mit Kerstin Hartmann und Kathrin Marchand. In 23:41 siegten sie überlegen vor der restlichen 20 Booten. Am nächsten kamen ihnen noch Julia Lepke und Anne Becker (Halle/Rostock) in 24:16. "Ich habe mich die Tage vorher nicht gut gefühlt, aber heute lief alles optimal", sagte eine sichtlich zufriedene Kerstin Hartmann. "Etwas schade war, dass wir den Streckenrekord um 3sec verfehlten". Mit diesem Resultat rückt die Olympiateilnahme für die Beiden ein großes Stück näher. "Ich verstehe mich mit Kathrin im Boot und an Land super gut. Wir möchten gerne bis Rio zusammen im Zweier bleiben." Angesichts ihres großen Vorsprung auf die Konkurrenz dürfte den Verantwortlichen im Verband kaum an personellen Experiment liegen. Alles deutet darauf hin, dass Hartmann und Marchand ungestört ihre gute Arbeit fortsetzen können. Bootstrainer Werner Nowak (Dortmund) sieht das ähnlich: "35 Sekunden Vorsprung auf das nächste Boot – das unterstreicht die Klasse der Beiden". Schon diesen Mittwoch brechen Hartmann, Marchand und Nowak für drei Wochen ins Trainingslager nach Sevilla auf.
WM 2009 in Posen: Der Deutschlandachter mit Urs Käufer ist Weltmeister. Bild: HJK
Der Ulmer Ruderer Urs Käufer widmet sich neuen Herausforderungen
Zuletzt konnte sich Urs Käufer nicht mehr für den Kampf ums Olympia-Ticket motivieren. Der Ruderer blickt dennoch zufrieden auf seine Karriere zurück. Vielleicht kehrt er sogar bald wieder nach Ulm zurück.
MANUELA HARANT, SWP: Herr Käufer, ein dreiviertel Jahr vor Olympia haben Sie Ihren Rücktritt als aktiver Sportler erklärt. Warum?
URS KÄUFER: Vor allem, weil ich bald mein Studium der Wirtschaftspsychologie abschließe und anfangen will zu arbeiten. Aber auch, weil ich nach meiner Pause 2014 gemerkt habe, dass es abseits des Ruderns noch so viel anderes gibt. Dadurch hat mir irgendwann der Antrieb gefehlt, mich nochmal für eine eventuelle Olympia-Teilnahme zu schinden. Zumal ich nicht die Garantie hätte, dass es mit einer Medaille etwas wird.
Wie ein Olympiasieger den Spagat zwischen Spitzensport und Studium meistert
Finanziell ausgesorgt haben unzählige deutsche Spitzenathleten nach ihrer Karriere nicht. Das ist eine immense Herausforderung: Sie müssen ihre berufliche Zukunft mit dem Sport vereinbaren.
Dass der Deutschland-Achter bei der Ruder-Weltmeisterschaft in diesem Jahr wieder "nur" Zweiter hinter Großbritannien wurde, bedeutet für den Ulmer Maximilian Reinelt noch mehr Arbeit. "Sicher werden die Einheiten bis zu Olympia in Rio dadurch eine Spur intensiver", sagt der Ruderer aus Ulm. Als Spitzensportler und Medizinstudent ist er es gewohnt, häufig über den toten Punkt hinauszugehen. "Wer Studium und Leistungssport unter einen Hut bringen will, muss bereit sein, nachts zu lernen und wenig zu schlafen", sagt der 27-Jährige, der 2012 im Gold-Achter von London saß. "Es ist ein persönlicher Kampf, aber am Ende zählen nur die Ergebnisse." Beim Achter ist es extrem. Auch wenn sechs Boote im Finale rudern, geht es immer nur um eines: Gegen Dauerrivalen Großbritannien gewinnen oder verlieren. "Wenn wir Zweiter werden, interessiert es keinen, ob wir in der Zwischenzeit tolle Studienergebnisse erreicht haben", sagt Reinelt, der sich mit der Unerbittlichkeit des Leistungssports abgefunden hat.
Im September, wenn die Rio-Kandidaten des Ulmer Ruderclubs für drei Wochen die Beine hochlegen dürfen, tritt traditionell der Ulmer Nachwuchs auf den Plan. Das oberschwäbische Bad Waldsee, wo der Stadtsee eine Renndistanz von knapp 500 Metern zulässt, ist für die Jüngsten der Ulmer Rennmannschaft der ideale Ort um sich den nötigen Motivationsschub vorm Wintertraining zu holen. 14 Siege sprangen für die Ulmer Junioren heraus.
Zum Artikel: Wassersport ist doch gleich Wassersport, oder? Leider hat die SÜDWEST PRESSE online bei der Auswahl des Fotos in die falsche Kiste gegriffen. In der Papierausgabe ist dafür überhaupt kein Foto enthalten.
. . . aber nicht 2015, sondern 1962. Und warum genau in jenem Jahr? Während 1961 bereits die 50. Europameisterschaft ausgefahren wurde, gab es im darauf folgenden Jahr eine Premiere: die 1. Weltmeisterschaft 1962 im Rudern – auf dem Rotsee in Luzern.
Das Organisationskommitee von 1962 Bilder: Ruderwelt Luzern
Die Gemeinde Aiguebelette hat 251 Einwohner. Zusammen mit den anderen Gemeinden rund um den Lac d’Aiguebelette leben dort rund 5000 Menschen . Die sind sich durchaus bewusst, dass sie einen wunderschönen Flecken Frankreichs bewohnen. Und nicht alle sind begeistert von der Ruder-WM. An den Straßen zum See sieht man selbst produzierte Schilder. "Der See ist verärgert", "Ruderinvasion: nein!" und ähnliches sticht dem Betrachter ins Auge. Sie haben halt Angst um ihre Gegend und ihren See.
Martin Cross und Greg Searle, die Kommentatoren von World-Rowing
Die Schlachten der vorolympischen Saison sind geschlagen, bis zu den nächsten großen Rennen müssen wir bis April warten. Jetzt, da die Tage merklich kürzer werden, sitzt der gemeine Ruderfan zwecks Analyse und Ausblick gerne vor seinem Computer und lässt die packenden Rennen des Jahres 2015 auf Worldrowing nochmals Revue passieren. Begleitet wird er, zwar in Englisch, dafür außerordentlich kompetent von zwei Briten. Martin Cross und Greg Searle.
Im traditionell letzten Rennen der Ruder-WM holt der Deutschlandachter mit Maximilian Reinelt in einer bis aufs Messer geführten Auseinandersetzung die Silbermedaille. Nach Gold 2010 und 2011, nach dem Olympiasieg 2012 und nach Silber 2013 und 2014 ist es für Reinelt elf Monate vor den Olympischen Spielen die sechste Medaille in einem großen Event.
Der Startplatz im Frauen-Zweier-ohne für Rio ist in trockenen Tüchern. Mit dem zweiten Rang von Kerstin Hartmann und Kathrin Marchand (Leverkusen) im B-Finale gab es letzten Endes keinen Zweifel daran, dass der Deutsche Ruderverband (DRV) bei den Olympischen Spielen in dieser Bootklasse vertreten ist. In der Gesamtabrechnung beenden Hartmann und Marchand die WM 2015 somit auf Rang acht. Die ersten elf Nationen sind nach der Quotenregelung bei den Olympischen Spielen startberechtigt.
Am sechsten Tag der Ruder-WM gab es Gold für den deutschen Leichtgewichts-Doppelvierer mit dem Ulmer Duo Lena Müller und Leonie Pieper an Bord. Überhaupt hat dieser Sieg viel mit Ulmer Grundlagenarbeit zu tun: Die WM-Vorbereitung absolvierten die Vier zwischen Adenauer-Brücke und dem Kraftwerk Böfinger Halde. Einen weiteren Anteil hat der Ulmer Trainer Marcus Maier, der das Quartett von Anfang an betreute.