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Nachruf Karlmann Geiß

Nachruf Karlmann Geiß

Ehrenmitglied Karlmann Geiß
* 31.5.1935   † 4.6.2025

  

 

Der Ulmer Ruderclub Donau e.V. trauert um sein Ehrenmitglied

Dr. h.c. Karlmann Geiß

31.5.1935 - 4.6.2025

Karlmann Geiß war von 1984 - 1988 Vorsitzender unseres Vereins. In seine Amtszeit fiel das 100-jährige Vereinsjubiläum, das er mit viel Engagement zu einem einmaligen Ereignis in der Vereinsgeschichte werden ließ.

Sein Gerechtigkeitssinn und seine pragmatische Art machten ihn zu einem großen Vorbild für alle unsere Mitglieder.

Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.

Der Vorstand des Ulmer Ruderclubs Donau e.V.

Traueranzeigen SWP


Vorstand und Jubiläumskomitee 1987 mit Vorsitzendem Karlmann Geiß

Karlmann Geiß - Vorstand im URCD

geschrieben von Karlmann Geiß

Männergespräch I
Alles begann mit einem Herrenessen. In ersten Sondierungen der Senioren um Erich Schwaderer, Hermann Kälbling und Fritz Scheuffele hatte ich leichtfertig die Bereitschaft signalisiert, mich, wenn es denn sein müsste, in den Dienst nehmen zu lassen, allerdings nicht ohne Bedingung. Nur im Kleeblatt, d. h. wenn auch die Freunde Dr. Ulrich Gaissmaier und Dieter Schnarrenberger als Vize mitmachten, wollte ich antreten. Jetzt saßen wir alle drei hoch über dem Münsterplatz im vierten Stock bei Erich Schwaderer an gastlicher Tafel und neuerlich appellierte und überzeugte Erich in gewohnter Weise. Dass wir Berufe hätten, dass wir darüber hinaus Familienväter seien, hat uns nicht geholfen, ebenso wenig der Hinweis, dass es im Club weit naheliegendere Kandidaten gäbe. Wir hatten in den frühen 50er Jahren durch die Schüler- und Studentenjahre hindurch das schöne Leben im URCD genossen, dort Vieles erlebt, gelernt und an Schärfung von Talent und Lebensart mit hinaus auf die eigenen Wege genommen. Jetzt in der mittleren Generation galt es, auch einmal Pflichten zu übernehmen und tätigen Gemeinsinn zu zeigen. Was hätte man dagegen auch einwenden wollen?

Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf
Kurz darauf, in der Generalversammlung 1983 gewählt, war der Anfang, eingerahmt von versierten Altvorstandsmitgliedern, ausgesprochen leicht und angenehm. Schon im ersten Auftakt der neuen Vorstandschaft bestätigte sich an uns, was bereits die alten Griechen wussten: Die wichtigste Kunst im Leben ist die Kunst, Glück zu haben. Ein Ruderclubvorstand muss nur zur rechten Zeit am rechten Ort sein, um unverdrossen zu ernten, was er nicht gesät hat, getreu dem Bibelwort, der Herr gibt es den Seinen im Schlaf. Eine solche Glückskonstellation schenkten uns im August 1984 die XXIII. Olympischen Spiele in Los Angeles. Unsere Topaktiven Raimund Hörmann und Dieter Wiedenmann hatten in Los Angeles gemeinsam mit den Ingelheimern Michael Dürsch und Albert Hedderich den Olympiasieg im Doppelvierer erkämpft - mit knappem Vorsprung im Finish.

Die Stadt Ulm, Söflingen und die Clubfamilie feiern die Olympiasieger
Ein dem Anlass angemessener Empfang war fällig. Der Vorstand hatte einen ersten Probelauf der Organisation eines üppigen Clubfestes. Natürlich pressierte alles und die Zeit war knapp. Schon war ein langer Autokorso zur Abholung der Heimkehrer zum Flughafen Stuttgart aufgebrochen. Großer Bahnhof in der Empfangshalle. Noch heute sehe ich sie durch die Flügeltüren kommen, die jungen Helden, stolz und strahlend, "So sehen Sieger aus", hätte man gesagt, wäre der Slogan damals schon erfunden gewesen. Ein paar Takte dahinter schlendert Kraft-Otto Steinle, Coach und Meistertrainer, einer der Väter des Erfolgs. Wie so oft schon hält er sich im Hintergrund, lässt seinen Siegern den Vortritt, für sich selbst das Rampenlicht eher meidend. Ihnen gegenüber in Position der vollständig angetretene Vorstand, umringt von zahlreichen Fans und Mitglieder vor Spruchbändern und Plakaten, mit üppigen Blumensträußen im Arm wohl präpariert, Glückwünsche und große Worte schon auf der Zunge. An der Zahl der Fahrzeuge im Korso war unschwer abzulesen, dass beim Empfang im Ruderclub alles, was Beine hat, präsent sein werde, um die jungen Olympier rechtschaffen hochleben zu lassen. Die ganze Clubfamilie war erschienen, feiernd, lachend begeistert und hoch gestimmt. Ganz ersichtlich kann gemeinsam erlebte Freude fast genauso beflügeln, wie gemeinsam errungener Erfolg. Der Empfang der Städte im Ulmer Rathaus stand dem in nichts nach. Vor den Repräsentanten des Ulmer Sports schenkten gut gelaunte Oberbürgermeister reich aus mit Lob und goldenen Reden für die Siegreichen, mit Förderversprechen für den URCD und nachdem sie sich je ein großes Stück von der Erfolgstorte für die Städte abgeschnitten hatten, mit Brezeln und Wein für das zahlreiche Ulmer Publikum. Der Tag des Feierns schloss mit einem weiteren Höhepunkt. Am Abend zogen die Matadore mit Gefolge unter lebhafter Beteiligung der Eingeborenen in Söflingen ein zur gemütlichen Hocketse bei Speis und Trank im Hörmannschen Betrieb und bis spät in der Nacht waren Ulmer Bürger, Sportsmänner und Honoratioren brüderlich vereint. Ernst Ludwig, entspannt wie selten, Udo Botzenhart, mit dem Hut im Genick und seinen schwäbischen Spruchweisheiten auf den Lippen nebst der halben Vorstandschaft gehörten nach langer Nacht mit zu den Letzten und wieder einmal galt: "Es fing schon an zu tagen, als er sein Heim erblickt..". Die Lokalzeitung schrieb später, Ulm habe die Olympiasieger geradezu triumphal empfangen. Wir und die Clubmitglieder sahen das auch so und nicht einmal die notorischen Pressenörgler behaupteten dieses Mal, die Presse neige zu Übertreibungen.

Alltag
Bald schon hatte uns der Alltag wieder eingeholt. Wir lernten die allbekannten Routinegeschäfte der wiederkehrenden Kette von Aktivitäten, Anlässen und Festen im Ablauf des Ruderjahres kennen, natürlich aber auch, weniger erwartet, Neuland: das Wunder der Vielfalt unter einem Dach. Naiv, wer glauben wollte, die klassischen Clubmitglieder seien von stets gleichen Interessen und Wünschen geleitet. In verschiedenen Kleinfamilien und Sympathiegemeinschaften lebt ein Club. Hier entscheidet sich, ob sich die Mitglieder wohl fühlen. Zufriedenheit in den Gruppen heißt so das Glück der Clubfamilie im Ganzen.

Identifikationspunkt Leistungssport
Andererseits wo Licht ist, ist auch Schatten und einfacher macht die Vielzahl der Gruppen die Vorstandsarbeit nicht. So kann es schon schwierig sein, allseitigen Konsens zu erzielen in der Ewigkeitsfrage, liegen Schwergewicht und zentraler Identifikationspunkt des Clubs im Hochleistungssport oder im Breitensport oder in der Dauerdiskussion, wie man die Gewichte zwischen sportlichen Belangen und gesellschaftlich-kommunikativen Aktivitäten richtig und gemeinverträglich ausbalanciert. Und wo Gruppen sind, sind natürlich immer auch Revierverhalten, Rangbedürfnisse und Statusbehauptung unterwegs. Wie im Verhältnis der Clubmitglieder unter einander, so auch zwischen den Gruppen, das Herz macht Unterschiede. Man ist sich in durchaus unterschiedlicher Weise zugetan. An den einen leidet man, die anderen kann man aufs Beste leiden. Fast nie, aber doch bei ganz seltenen Gelegenheiten ist dann auch einmal der Jahrmarkt der Eitelkeiten nicht weit, denn es soll schon vorgekommen sein, dass sich der eine oder die andere etwas sehr wichtig nimmt und, wenn solches Bedürfnis ungestillt bleibt, dem Hang erliegt, beleidigt, zumindest aber verstimmt zu sein. Natürlich muss dann der Vorstand her. Hier die richtige Lösung zu finden, kann oft schwierig sein, doch gelingt es, erlebt man ein wenig das Glück des Bauern, der die störrische Kuh trotz allen Sträubens am Ende doch wieder in den Stall bugsiert hat.

Freude mit und ohne Grenzen
Wie der Mensch nun einmal gebaut ist, sind es oft die kleinen Freuden, die uns in Erinnerung bleiben. Eine gut gelaufene Regatta mit überraschenden Rennsiegen, ein anerkennendes Wort oder gar eine - natürlich immer begründete - Anerkennung auf dem Weg zur Vorstandssitzung, eine unerwartete Spende oder eine erwartete, die höher ausfällt, das sind die kleinen Sternstunden. Nicht immer indes sind die Ereignisse, die das Gedächtnis festhält, uneingeschränkt erfreuliche. Man ist im Vorstand froh und stolz, wenn die Abteilungen in Eigenregie mitziehen. Die Freude hält sich allerdings in Grenzen, wenn unsere sparsamen Schwaben auf der Rückfahrt von der Stämpfli-Werft einen Vierer unerlaubt, aber nicht unentdeckt am Zoll vorbeiziehen und die zollamtlichen Nachermittlungen den Präsidenten des Landgerichts in einige Verdrückung bringen. Nicht anders auch, wenn der komplette Satz der Einladungen zum Ruderclubball nach der Unterschrift beim Landgericht versehentlich in die Mühlen der Bürokratie gerät und statt bei den Mitgliedern Tage später beim Oberlandesgericht in Stuttgart in der Dienstpost landet.

100 Jahre Ulmer Ruderclub
Das zweite Großereignis unserer Amtszeit war Vorstandslast und Vorstandsfreude in einem. Auf der Agenda stand bald das hundertjährige Club-Jubiläum des Jahres 1987. 
In der Wiederbegegnung mit dem Hundertjährigen zieht natürlich ein ganzer Strauß von Erinnerungen vorbei, freudige, aber auch andere. Dafür ein kleines Beispiel. Wir hatten die Jubiläumsfeierlichkeiten am Vortag mit der Eröffnung der Ausstellung "Rudern in der Kunst" im Vortragssaal der Ulmer Volksbank begonnen, hatten Hans und Lisel Aicham bei der Übergabe der Sammlung "Feldpostbriefe des URCD 1940 – 1945" gehört und hatten erstmals wieder das dank der Großzügigkeit von Jürgen Lang repatriierte Prunkstück der Ausstellung, das Goldene Skiff angesehen im zufriedenen Kreis der Kunst- und Kulturbeflissenen. Jetzt, tags darauf war der offizielle Festakt im Saal des Edwin-Scharff-Hauses angebrochen. Die vorderen Reihen voll mit Offiziellen aus Kommunen, Ruder- und Sportverbänden, Kammern und Banken und auch des übrigen im Saal volle Besetzung. Ich hatte den Part des Festredners übernommen und dieserhalben einen langen Redetext formuliert, der dem Anlass entsprechend literarisch gehoben, mit dem bekannten Satz der Josephslegende, "Tief ist der Brunnen der Vergangenheit" beginnen sollte.

Die Kette der Grußworte war vorüber, die Reihe an mir. Oh, freudige Überraschung: Der Festredner war da, der Redetext aber war weg und ist bis heute aus der Tiefe der Vergangenheit nicht mehr aufgetaucht. Jetzt war Holland in Not. Ich musste frei ins Blaue hinein improvisieren und dabei tunlichst nicht straucheln. In solchen Momenten der Panik steht bei mir, Gott sei Dank, der Angstschweiß nicht auf Stirn, sondern er tropft mir diskret hinter den Ohren in den Kragen, und so verließ wenig später, als gemessen höflicher Beifall im Rund erklang, ein gerade noch einmal Davongekommener das Rednerpult, nass in seinem Hemde, aber erleichtert, dass fast keiner etwas gemerkt hatte. Weiter in der Festesfolge des großen Tages, rasch noch ein fälliger Kleiderwechsel, schwarze Schleife statt silberner Krawatte, und das Finale wurde gefeiert. Hinein ging es in die jetzt gänzlich ungetrübten Freuden des großen Jubiläumsballs, zugleich glanzvolles Fest der verehrlichen Clubfamilie wie Heerschau der Reputation des URCD in der Doppelstadt.

Männergespräch II
Als es wieder Morgen wurde, war eines unserer Hauptanliegen erfüllt. Ein wenig müde geworden und voll der Überzeugung, dass uns jetzt eine Auszeit zustünde und auch dem Club gut täte, spähten wir nun alsbald im Kreis der Vierzigjährigen nach hoffnungsvollen Führungskräften und eventuellen Nachfolgern in Vorsitz und Vorstand. Nach einiger Zeit hatten wir Glück und Verstand. Und so stand wie zu Beginn auch am Ende wiederum ein Männergespräch. Man traf sich bei mir im Justizpalast an der Olgastraße und wir sprachen miteinander gemäß dem Bibelspruch "von Angesicht zu Angesicht, wie der Freund dem Freunde spricht" und als wir auseinander gingen, hatte der Club einen überzeugenden, allseits beliebten jungen Nachfolgekandidaten und Michael Leibinger nach der Wahl in der Generalversammlung 1988 die schöne Last des noch immer besten Vereinsvorstandsamtes in Ulm und ich für meinen Teil konnte ruhigen Gewissens meinen neuen Richtergeschäften beim Oberlandesgericht in Stuttgart nachgehen, versehen mit einem Bündel schönster Erfahrungen, darunter vor allem der Bekräftigung dessen, dass der tätige Mensch den Ertrag seiner Aktivitäten, seinen Spaß und seine Befriedigung nicht immer nur in Beruf und klingender Münze suchen sollte.

Karlmann Geiß erhält die Ehrenmitgliedschaft vom URCD beim Anrudern 2019

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Nachruf Martin Grimmeiß

Nachruf Martin Grimmeiß

Ehrenmitglied Martin Grimmeiß 
* 19.11.1953   † 13.05.2025

Mit großem Bedauern nehmen wir Abschied von
Martin Grimmeiß, der am 13. Mai 2025 von uns gegangen ist.

Martin war seit dem 1. Juli 1981 Mitglied und seit 25. April 2025 Ehrenmitglied unseres Vereins. Sein langjähriges Engagement und seine vielfältigen Verdienste haben unseren Verein maßgeblich geprägt. Von 1989 bis 2001 war er als zweiter Vorsitzender sowie Veranstaltungswart aktiv und hat sich in dieser Zeit auch um die rechtlichen Belange des Vereins gekümmert. Besonders in Erinnerung bleibt seine Rolle als „Küsser“ bei der Siegerehrung des Ruder- bzw. Donau-Cups, die er mit viel Humor und Herzlichkeit erfüllte.

Nach seiner Tätigkeit im Vorstand war Martin über viele Jahre als Kassenprüfer für den Verein tätig. Er war der Initiator des später als „Krabbelachter“ bekannten Masters-Mixed-Achters. Martin zeigte stets großes Engagement, auch als langjähriger finanzieller Unterstützer des Vereins, unter anderem durch Spenden für die beiden Achter „resolut“ und „resolut 2“.

Sein größter sportlicher Erfolg war die Teilnahme am Blauen Band vom Wörthersee im Jahr 2009, bei dem er mit dem schnellsten Achter über die 16 km lange Strecke von Velden nach Klagenfurt ruderte. Zudem gewann er den Gesamtsieg des Alpen-Achter-Pokal 2009, eine Wertung aus den Regatten in Passau, Klagenfurt und Starnberg. Nicht zu vergessen, Martin war auch brasilianischer Meister im Masters-Männer-Achter.

Martin war ein sehr geschätztes Mitglied, das durch seine Leidenschaft, sein Engagement und seine Menschlichkeit unseren Verein in hohem Maße bereichert hat. Er wird im URCD eine große Lücke hinterlassen.

Wir trauern um einen wunderbaren Freund und Ruderkameraden. In unseren Gedanken wird er weiterhin unter uns sein.

Der Vorstand des Ulmer Ruderclub Donau e.V.

Traueranzeige

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Martin Grimmeiß

geschrieben von Michael Leibinger

Martin und ich traten im Mai 1968 gemeinsamen in den Ulmer Ruderclub „Donau“ e.V.. Wir hatten uns ein halbes Jahr vorher in der 4. Gymnasialklasse im Humboldt-Gymnasium kennengelernt. Damals mussten für die Aufnahme in den URCD noch 2 Bürgen unterschreiben. Wir wurden von Uli Boos in der Spätze (Holz Gig-Doppelzweier) ausgebildet. Uli erklärte uns seine „Lehre“ zur idealen Stemmbrett-Einstellung: Im hinteren Umkehrpunkt sollte der Rollsitz noch gut 4 cm bis zum Anschlag Luft haben. Nach 3 Ausbildungseinheiten wurden wir uns selbst überlassen, was auch ganz gut klappte.

Martin kannte schon Jo Doeffinger aus der Schule., mit Fitzi Haag und Günther Bodamer – alle Jahrgang 53 wurde ein Riemenvierer im Odysseus (Gig) zusammengestellt und kräftig trainiert – ohne Trainer. Das endete oft in Wasserschlachten im Boot in der Friedrichsau. Alles war nass – nicht nur schweißnass. Zu den Herbstregatten wurden die vier schon mitgenommen – Rückkehr ohne „Blechle“ (Sieg Radadel). Dafür aber mit Maßkrug Trophäe. Mutter Grimmeiß pflegte abends ihren Sohn zu fragen: Blech oder Maßkrug? Oft war es ein Maßkrug. Die Folgejahre packte man ernsthafter an:

1. Wer in die Mannschaft aufgenommen werden wollte, musste die Trainingsverpflichtung unterschreiben und sich daran halten:
• Kein Alkohol
• 22:00 Bettruhe
• 6 x Training/Woche
• Rudern steht vor allen anderen außerschulischen Interessen
• Schulische Leistungen dürfen nicht leiden

2. Der „Doktor“ (Dr. Steinle, Vater von Bago Steinle) war Cheftrainer für die Erwachsenen. Ab und zu nahm er sich auch mal ein paar Minuten Zeit für die A (Öchsle-Vierer) und B Junioren. Das war dann ein Highlight. Der „Doktor“ konnte in kurzen prägnanten Anweisungen das Boot merklich besser zum Laufen bringen.
Regatten in Waiblingen, Laufen am Neckar, Nürtingen wurden besucht. Mancher Sieg wurde nach Hause gefahren.

Für eine Bindung an den Verein sorgte auch die holde Weiblichkeit im ähnlichen Alter. So verbrachte man die Zeit außerhalb des Boots im Sommer gern auf der Liegewiese, badete in der Donau und machte gemeinsame Fahrradausflüge.

Bei der internationalen Regatta mit dem Dicker als Regattaleiter wurden wir als „Streckenposten“ verpflichtet. Unsere Aufgabe war es, die jeweilige Abstandsposition der 4 Boote per Bundeswehrtelefon an den Regattasprecher im Ziel zu melden. Das waren Wochenenden, die dank sengender Hitze zu nachhaltigen, schmerzhaften Sonnenbränden führten. Manches Rennen lief wegen diverser Ablenkungen ohne Infomeldung vorbei, was zu heftigen Unmutsäußerungen aus dem Ziel führte.

Im Winter war Circuit Training unter der Leitung von Bago Steinle Pflicht.

Nach 3 Jahren harten Trainings trennte sich die Spreu vom Weizen: Die einen trainierten weiter als A Junioren, die anderen verlegten ihre Aktivitäten als „Möchte gern“ 68-er ins Politisieren, Diskutieren, ins Schulstreiken – begleitet von Sit-Ins. Karl Marx ersetzte Ruderpabst Karl Adam als Vorbild.

Nach dem Abitur, bei Bundeswehr und Studium war der Ruderclub vergessen. Martin verließ den Club für diese Jahre und trat erst nach seiner Rückkehr nach Neu-Ulm 1983 wieder ein –mit mäßig sportlicher Betätigung.
Charlie Geis, URCD Vorsitzender und Landgerichtspräsident, überredete mich im Herbst 1988 recht insistent - ohne Aussicht auf Ablehnung - seine Position zu übernehmen und mir Gleichgesinnte für den Vorstand zu suchen. Ich bat Martin, als 2. Vorsitzender zu kandidieren (verantwortlich für Veranstaltungen und gesellschaftliches Leben), Dieter Mücke kam als sportlicher Leiter dazu, Bernhard Breuninger übernahm das Gebäuderessort (er erneuerte in maximal 1 ½ Jahren die gesamten Außenanlagen), Jörg Haußer war zuständig für die Jugend. So wurde ein Generationswechsel in den Kernpositionen des Vorstands vollzogen. Und damit wurden alte Gewohnheiten in Frage gestellt. Martin war Meister im Abschneiden alter Zöpfe. Als erstes starb das Ausschussfest, zu dem traditionell verdiente Senioren und Sponsoren zu einem recht frugalen Mahl eingeladen wurden, dessen Zeche sie auch selbst bezahlen durften. Das Interesse der so Geehrten hielt sich in Grenzen.

Martin verfasste eine Unzahl an Gedichten (die meisten zum Schmunzeln oder Lachen) für Bootstaufen – auch noch lange nach seiner „Abdankung“ als 2. Vorsitzender.
Er war der „Erfinder“ und Organisator des „Bugballs“. Einige Jahre wurde unsere traditionelle URCD Jahresfeier so genannt und auch im großen, eleganten Rahmen gefeiert.

Die Regatta wurde als Rudercup neu aufgesetzt - nach dem Henley Prinzip mit professioneller Beschallung und Bierzelt. Martin interessierte mit vollem Elan Firmen und Werbetreibende für dieses neue Format mit dem großem Unterhaltungscharakter und Bespassungseffekt. Er war Mitorganisator der Kindermalwettbewerbe, der Kindereisenbahn, der Tombola mit Ballonfahrten und Mobiltelefonen. Er organisierte die Bandenwerbung an der Strecke und deren Auf-und Abbau. Später kamen die Drachenbootrennen dazu und einmal, mit großer finanzieller Unterstützung der Stadt Ulm, eine Solarbootregatta.

Martin stand an den Wochenenden von früh bis spät am Getränkeausschank, zapfte Bier und klassierte.
Irgendwann in den frühen 2000-er Jahren konnte meine Frau Cornelia Martin auch fürs Masterrennrudern motivieren. Ich durfte vorher schon mit den 10 Jahre Jüngeren um meinen Vetter Werner Straßner zum Head Of The Amstel und erzählte ihm begeistert davon. Und so entstand mit Martins Anwerben ähnlich alter Masters das von „den Alten“ (Bago etc.) „Krabbelachter“ benamste Boot, das viele Jahre in unterschiedlichen Besetzungen an diversen Regattaterminen teilnahm, das eine oder andere mal sogar mit „Blechle“ und Meisterehren. Martin gewann das Blaue Band vom Wörthersee, siegte in Starnberg beim Roseninselachter, wurde brasilianischer Meister bei den Masters in Porto Alegre. Unvergessen sind die Teilnahmen am Head Of The River Thames, beim Trainera-Rennen auf dem Atlantik in Getxo im Baskenland und den Regatten in Dresden, Cannstatt, Berlin, Kaufering und Passau. Nach den Rennen kam der gemütliche und unterhaltsame Teil, den Martin perfekt zu moderieren und gestalten wusste. Sieg, Platz oder generelle Absage des Veranstalters wegen Wetterunbilden spielten bei der After Work Party keine Rolle.

Als sich die Krabbelmänner wegen Umzug, Krankheit oder Zerwürfnissen ausklinkten, begeisterte Martin flugs mit seiner charmanten, gewinnenden Art die Damenwelt und füllte so das nun deutlich jüngere Boot zum Mixed-Achter.

Sein letztes langjähriges Engagement für den URCD war die jährliche Prüfung der Vereinskasse, die Grundlage für die Entlastung des Vorstands ist.

Martin war Ruderältester seit vielen Jahren. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 25. April wurde Martin auf Jürgen Steinackers Vorschlag von den über 100 Mitgliedern einstimmig und unter großem Beifall zum Ehrenmitglied ernannt.

Ich überbrachte ihm die Nachricht im Krankenhaus und er freute sich darüber sehr.

Wir verlieren mit Martin einen liebenswerten, fröhlichen und hilfsbereiten Menschen und Ruderkameraden, den wir - jeder auf seine Weise - im Herzen halten mit schönen gemeinsamen Stunden und Erlebnissen.
Ganze Heerscharen an Kindern (darunter auch viele URCD Kinder) lernten Martin als freundlich-gütigen, aber auch ermahnenden Nikolaus jährlich am 6. Dezember kennen. Zum Schmunzeln war es, wenn die älteren Kinder ihn dann an der Stimme erkannten.

Ich verliere zusätzlich einen „Bruder“ im Geiste, der da war, wenn notwendig, der für unsere Kinder ein wichtiger Ratgeber und Freund war und mit dem ich mich viele Jahre auch trefflich streiten konnte. Und wir fanden immer – wie es bei Brüdern so ist – wieder zusammen.

Michael Leibinger

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Wait a minute, Mr. Postman! Keine Mails vom URCD?

Wait a minute,

Mr. Postman!

Keine Mails

vom URCD?

Dieses Problem hatten diese jungen Männer vom URCD noch nicht.

GESCHRIEBEN VON JÖRG HAUSSER

Schon lange keine Mails vom URCD mehr bekommen?

Schon Elvis sang: "Return to sender, address unknown. No such number, no such zone." Das gleiche Lied können die URCD-Geschäftsstelle oder andere Verantwortliche im URCD singen.

Themen, die im Vorstand aktuell sind, Termine wie z.B. das Anrudern oder geplante Arbeitseinsätze, und aktuell Sperrungen, Freigaben und sonstiges. Wie kommen URCD-Mitglieder, die als Benutzer auf der URCD-Homepage angemeldet sind, an diese Nachrichten? Natürlich per Mail. Und es werden zahlreiche Mails verschickt, manchmal sogar täglich.

Mailpostfach voll
Wem das Mailpostfach überläuft, oder wer sein Mailpostfach gekündigt hat, der bekommt diese Mails natürlich auch nicht. Aber da hilft schon aufräumen beziehungsweise ein neues Mailpostfach, oder schon ganz einfach bei den Spammails nachsehen.

Dies gilt aktuell für die Mitglieder mit den Mitgliedsnummern mit übervollem Mailpostfach
1204 und 1547

Mailadresse aktualisieren
Wer also deshalb eine andere Mailadresse hat oder sich zulegt, maile diese bitte an die URCD-Geschäftsstelle, denn ankommen, das tun die Mails ja schon, auch von den Annahmeverweigerern. Dann müssen diese URCD-Mitglieder nicht länger singen: "Oh yes, wait a minute Mr. Postman, wait, Mr. Postman. There must be some word today - from my URCD so far away. Please Mr. Postman look and see, if there's an e-mail, an e-mail for me!"

Dann klappt's auch wieder mit den URCD-Mails.

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"Wanderrudern pur" auf der Charente

Wanderrudern pur

auf der Charente

im Juli 2024

Bootsreise auf einem malerischen Fluss bis in den wilden Atlantik (20.-28. Juli 2024)      (Fotos: Charente-Team 2024)

GESCHRIEBEN VON OLAF BEHREND, TORSTEN BEY UND FRANK SCHERBER

Idee und Vorbereitung
Nach der spektakulären Wanderfahrt in England im Jahr 2023 kam auch im Frühjahr 2024 schnell der Wunsch auf, im kleinen Kreis eine weitere, vielleicht nicht alltägliche Wanderfahrt für den Sommer anzustreben. Die Ideen wurden gesammelt und schließlich verdichtete sich alles auf eine Befahrung der Charente, einem mittelgroßen Fluss im Westen Frankreichs. Für die Charente spricht unter anderem die Tatsache, dass diese, im Gegensatz zu inzwischen vielen anderen französischen Gewässern, ganz frei – das heißt ohne das oft obligatorische Einholen einer behördlichen Erlaubnis mit fester Vorplanung der Etappen – befahren werden kann. Recht schnell war klar, dass sich der Teilnehmerkreis auf nur drei Personen beschränkt. Dies war dann, neben der Tatsache, dass die Charente mit der Mündung in den Atlantik die Aussicht auf etwas Küstenrudern bietet, der Anlass, auch in diesem Jahr wieder mit der Nyholm, dem dänischen Inrigger Zweier mit Steuermann, zu planen.

Das Boot bietet auch den Vorteil, dass ausreichend Stauraum vorhanden ist, der Wanderrudern pur, also die Mitnahme allen Gepäcks inklusive Zelt im Boot erlaubt. Das hatte den großen Vorteil, dass wir die Etappeneinteilung vollkommen offen halten konnten, um erst vor Ort und unterwegs jeweils von Tag zu Tag zu entscheiden, wie weit wir abhängig von Wetter, Strömung, Frequentierung der vielen Schleusen aber auch unserer Tagesform, fahren wollen und können. Damit legten wir lediglich den Startpunkt der Tour in Angoulême, am Beginn des durch handbetriebene Bootsschleusen schiffbaren Abschnittes der Charente, sowie eine ungefähre Zeit für das Treffen, fest.

Die Crew der Nyholm bereit zum Ablegen beim Ruderclub in Angoulême.

Samstag / Sonntag, 20./21. Juli: Die lange Anreise
Die lange Anreise nach Angoulême von deutlich mehr als 1.000 km ab Ulm traten wir getrennt an. Denn während Torsten und Frank sich am Samstagmorgen, mitsamt der Nyholm auf dem Hänger, auf den Weg machten, wählte Olaf den weniger direkten Weg über den nordwestlichen Zipfel Irlands, was bei einem Teil des daheimgebliebenen Wanderfahrten-Follower kurz für ein wenig Verwirrung sorgte. Schließlich kamen aber die beiden Hängerfahrer nach einem anstrengenden Ritt bei Hitze und mit viel Stau in der Schweiz noch kurz nach Mitternacht in Angoulême an und konnten unkompliziert die Vorzüge der mobilen Unterkunft in Franks Bussle nutzen. Olaf traf nach einem Flug Dublin – Bordeaux, kurzer Nacht im Hotel und Weiterfahrt am frühen Morgen mit dem TGV gegen 9 h in Angoulême ein. Der erste Weg nach dem Treffen des Teams am Bahnhof führte in ein nettes kleines Bistrot, um bei ausreichend Café au lait, Chocolat chaud sowie Croissants und Baguette gestärkt gemeinsam in den Tag zu starten.

Wir fuhren anschließend zum nahegelegenen lokalen Ruderclub (Aviron Club Angoulême), um das Boot mitsamt allem Gepäck startklar zu machen und den Hänger und Zugfahrzeug sicher für die nächsten Tage abzustellen. Während wir im überraschend einsetzenden strömenden Regen voller Tatendrang auf das für mittags angekündigte gute Wetter und den Start der Tour warteten, schaute einer der örtlichen Ruderfreunde vorbei und reichte uns Ausdrucke einer ausführlichen Fahrtbeschreibung in den rundum beschlagenen und feuchten VW-Bus und gab uns noch einige nette Tipps für die Fahrt. Bei genauer Prüfung stellte sich jedoch heraus, dass das Wanderfahrtenrevier der lokalen Ruderer offenbar nur die ersten 60 km bis Cognac umfasst, wir aber natürlich im Kopf hatten, im besten Fall den Atlantik zu erreichen…

Handarbeit und schwere Mechanik an den insgesamt 20 Schleusen

Sonntag, 21. Juli: 1. Etappe Angoulême – L’Angle Sireuil (18 km / 5 Schleusen)
Der Regen hörte wie erwartet gegen Mittag auf und, nachdem wir tatsächlich den recht ansehnlichen Gepäckberg in den beiden Luken in Bug und Heck verstaut hatten, starten wir unsere Tour auf dem wunderschön grün schimmernden Wasser der Charente. Die erste Teiletappe endete bereits nach nur 600 m an der ersten Bootsschleuse. Diese, wie alle weiteren 19 Schleusen, die wir in den folgenden drei Tagen noch zu durchfahren hatten, sind ausschließlich mechanisch per Handkurbeln und -rädern zu bedienen. Glücklicherweise waren alle Schleusen, die vermutlich aus dem 19. Jahrhundert stammen, in technisch sehr gutem Zustand und geöffnet, so dass uns ein Umtragen erspart blieb.

Schnell entwickelte sich das Bedienen der Schleusen zum kleinen körperlichen Ausgleich für die jeweiligen Steuerleute. Nach der Passage der ersten Schleuse ruderten wir bei inzwischen bestem Sommerwetter weiter auf dem leicht strömenden Fluss, der auch mit der etwas trägen Nyholm eine angenehme Reisegeschwindigkeit erlaubte. Die letzten Vororte der Stadt waren schnell verlassen und von nun an hatten wir das Gefühl, dass der wunderschön in die Wald- und Wiesenlandschaft eingebettete Fluss fast ausschließlich uns gehört.

Auf dem Weg zur Schleuse im Kanadier-Stil

An der nächsten Schleuse, gerade mal 3,5 Fluss-km nach der ersten, sahen wir im Unterwasser ein kleines Ausflugsschiff heranfahren. Wir warteten kurz mit dem Befüllen der Kammer und übernahmen die Funktion des Schleusenwärters für das Schiffchen – woraufhin wir von der Schiffsgesellschaft bzw. der freundlichen Bordcrew mit drei Probiererle-Bechern Rotwein belohnt wurden, die wir als offiziellen Willkommenstrunk genossen, bevor wir unseren Weg durch die Schleuse fortsetzten.

Les maîtres d’ecluse no. 2

Nach einigen weiteren Kilometern auf dem Fluss begannen wir zu prüfen, wo es für das Ende dieser ersten Halbetappe geeignete Unterkunftsmöglichkeiten geben würde. Zwar ist in Frankreich das wilde Zelten grundsätzlich häufig erlaubt und gerade in der Umgebung der Schleusenanlagen boten sich oft recht hübsche Plätzchen – zum Teil mit einfacher Gastronomie in einem der alten Schleusenwärterhäuser. Dennoch waren wir uns einig, dass wir die Infrastruktur eines offiziellen Campingplatzes im Zweifel durchaus bevorzugen würden. So landeten wir nach 18 Ruder-km (und den ersten fünf Schleusen der Tour) schließlich nahe dem kleinen Örtchen L‘Angle Sireuil an und schlugen unser Zelt auf dem wenige 100 m vom Fluss entfernten Campingplatz auf. Nach ein paar Kaltgetränken, einer erfrischenden Dusche, einer auf dem Gaskocher bereiteten Nudelmahlzeit und einem Absacker im Bistrot am Fluss, verbrachten wir eine ruhige Nacht im Zelt, in der wir uns von der anstrengenden Anreise (und weniger von der nicht allzu zu fordernden ersten Ruderetappe) erholen konnten.

Start auf die zweite Etappe mit leichtem Reisegepäck

Montag, 22. Juli: 2. Etappe - L’Angle Sireuil – Saint Simon – Cognac (41 km / 12 Schleusen)
Nach einem gemütlichen Frühstück am Zelt stellten wir uns frisch gestärkt der Herkulesaufgabe, unser gesamtes Gepäck wieder zum Liegeplatz des Bootes am Fluss zu schaffen. Dank Franks Initiative konnten wir dies jedoch mithilfe eines einfachen Handkarrens recht angenehm gestalten und so ohne große Vorbelastung auf die erste Ganztagesetappe starten. Der Fluss führte uns weiter durch eine überraschend einsame Landschaft mit wenig sichtbarer Besiedlung und viel Grün am Ufer. Häufig zweigten kleinere Arme der Charente ab, leider meist nicht fahrbar für uns Ruderer, um ein paar Kilometer weiter den zwischendurch schmalen Fluss wieder etwas zu verbreitern. Und immer war das Wasser wunderbar klar und das Rudern ein echter Genuss.

Die Fahrt wurde alle 2 - 4 km mit kleinen Zwangsruderpausen unterbrochen, wenn wieder eine der zwölf Schleusen, die an diesem Tag zu passieren und vorab mittels Handkurbel schweißtreibend zu bedienen waren. Glücklicherweise waren die vielen Schleusen in unserer Zeitplanung kein relevanter Faktor, denn wir begegneten an diesem Tag, wie auch allen folgenden, praktisch niemandem auf dem Wasser. Insbesondere die auf der Charente zu mietenden touristischen Hausboote waren, entgegen allen Befürchtungen, extrem rar und wir hatten an keiner der Schleusen eine dadurch bedingte Wartezeit.

Im Zweier ohne in die Schleuse

Das Wetter war an diesem Tag, wie auch für den gesamten Rest der Tour auf unserer Seite und Wolken oder gar Regen spielten keine Rolle mehr. Eine der Herausforderungen bei einer Fahrt durch einsame Landschaft und ohne detaillierte Vorplanung ist, eine zeitgerechte Nahrungsaufnahme sicherzustellen. Dank Google und der Tatsache, dass das kulinarische Angebot in Frankreich auch in ländlicheren Regionen überraschend dicht ist, fanden wir spontan im kleinen, verschlafen wirkenden Örtchen Saint Simon, mit bester Anlegestelle direkt am Fluss gelegen, ein schönes Mittagslokal mit hervorragendem Essen.

Nach einer ausgedehnten Mittagspause fuhren wir weiter, vorbei an Jarnac und Bourg-Charente in Richtung Cognac. Diese wohl bekannteste Stand an der Charente wählten wir dann als unser zweites Etappenziel, das wir am Abend nach immerhin 41 geruderten Kilometern erreichten. Glücklicherweise konnte das Kochen ausfallen und wir (zumindest 2/3 der Mannschaft) freuten uns, uns im netten Lokal am Campingplatz mit Moules frites und lokalem Rosé verwöhnen zu lassen. Nach dem Abendessen wurden, gesättigt und bettschwer, schließlich auch schnell alle Pläne verworfen, noch die 2 km Fußweg für eine Besichtigung der Stadt in Angriff zu nehmen.

Mittagsrast im schönen Örtchen Saint Simon

Dienstag, 23. Juli: 3. Etappe - Cognac – Chaniers (26 km / 3 Schleusen)
Diese Stadtbesichtigung, inklusive Frühstück, holten wir am Morgen nach dem Abbau des Zeltes und einem knappen Ruderkilometer, zu Beginn der dritten Etappe nach. Wir fanden zwar eine bequeme Anlegemöglichkeit am Floß des sehr zentral in der Stadt gelegenen Ruderclubs, der jedoch so ausgestorben war, dass das Verlassen des Geländes nur mittels Überklettern eines Zaunes möglich war. Das Bild dieser weltweit bekannten Stadt wird natürlich geprägt von den großen, bekannten Destillerien, deren eindrucksvolle Fassaden insbesondere in Flussnähe zu finden sind. Gleichzeitig war es überraschend, wie klein und übersichtlich Cognac bei aller Bekanntheit doch ist, und so verließen wir auch an diesem dritten Rudertag nach nur wenigen Kilometern auf dem Wasser die städtisch bebauten Bereiche vollkommen und waren wieder alleine auf unserem Fluss. Die kurze Begegnung mit einem von deutschen Touristen (mehr schlecht als recht) gesteuerten Hausboot an der Stadtschleuse von Cognac ließ uns nochmals dankbar zurück, dass uns diese Art von Begegnungen im Wesentlichen erspart blieben…

Der Flussverlauf an diesem Tag führte uns durch etwas offenere Landschaft, aber weiterhin praktisch ohne Bebauung an den Ufern. Auch die Unterbrechungen durch Schleusen waren jetzt wesentlich seltener, mit einem frei fließenden Abschnitt von fast 20 km nach der zweiten Schleuse des Tages. Das Wetter war inzwischen wirklich hochsommerlich heiß, und so war es umso schöner, dass wir, zeitlich passend zu einer frühen Mittagsrast, ein außergewöhnlich hübsches Plätzchen am Flussufer fanden. An einem kleinen Hafen bzw. Bootsanlegeplatz mit strandbar-artigem Lokal verbrachten wir so spontan eine ausgedehnte Pause im Schatten einiger Bäume und mit den Füßen im kühlen Flusswasser sitzend. Hierbei entdeckten wir eine große Anzahl von Flusskrebsen im Wasser um uns herum, was wir als Zeichen sehr guter Wasserqualität werteten – uns aber später noch in einem anderen Licht erscheinen sollte…

Mittagspause mit kühlendem Fußbad

Anschließend fuhren wir weiter durch die immer noch heiße Nachmittagssonne, unterbrochen von einer kurzen Badepause, zur letzten Schleuse des Tages und dem kurz dahinter liegenden Etappenziel am schönen Campingplatz von Chaniers. Hier fanden wir viel Schatten für unser Zelt unter großen Bäumen und einen nahegelegenen Ort mit der Gelegenheit zum Einkauf für das selbst zubereitete Abendessen. Bis zum Sonnenuntergang nutzen wir die Gelegenheit den hübschen kleinen Ort und insbesondere die eindrucksvolle, burgartige romanische Ortkirche aus dem 12. Jahrhundert samt zugehörigem Friedhof zu besichtigen.

Nach der Rückkehr zum Zeltplatz lernten wir in der Campingplatzgaststätte die, neben Cognac, vielleicht wichtigste lokale Spezialität kennen – den Pineau des Charentes, eine Mischung aus Cognac und (süßem) Traubensaft, also praktisch eine Weinbrandschorle… Der Blick auf den Fluss zeigte uns plötzlich eine aufwärts, also entgegen der eigentlichen Fließrichtung landeinwärts gerichtete Strömung. Das eine Glas Pineau pro Person reichte nicht als Erklärung dieser Erscheinung. In einer Streckenbeschreibung hatten wir zudem von einer geringen Tidenströmung und Tidenhub an dieser Stelle gelesen – 33 km von der letzten Schleuse entfernt und 75 Fluss-km stromaufwärts von der Mündung der Charente in den Atlantik! Dies war ein Phänomen, welches wir erst am folgenden Abend besser verstehen sollten.

Nächtliche Gäste auf dem Campingplatz: Ein Roter Amerikanischer Sumpfkrebs auf Landausflug

Während der Dämmerung und Dunkelheit sollten dann aber auch die Flusskrebse wieder eine Rolle spielen. Diese bevölkerten in zunehmendem Ausmaß den gesamten Platz, so dass man bei jedem Schritt aufpassen musste, wohin man trat – was offensichtlich nicht immer gelingt, weswegen auch die Anzahl der auf dem Platz zu findenden Krebskadaver ansehnlich war. Eine kurze online-Recherche ergab, dass es sich wohl um Rote Amerikanische Sumpfkrebse handelt, eine in Nordamerika heimische, in Europa inzwischen vielerorts verbreitete aggressiv-invasive Art. Diese Erkenntnis dämpfte die ursprüngliche Freude über die Wildtiersichtung doch erheblich…

Frühstück vor der letzten Flussetappe

Mittwoch, 24 Juli: 4. Etappe - Chaniers – Saintes – St. Savinien (33 km / keine Schleusen)
Der nächste Morgen begrüßte uns erneut mit makellos blauem Himmel. Das Frühstück nahmen wir im Lokal direkt am Flussufer sitzend ein und genossen den Blick auf das wunderschön glatt strömende Wasser – in der erwarteten Fließrichtung! Wir warteten eine Pause im Pendelverkehr der örtlichen Kettenfähre ab und brachten unsere Nyholm unter den interessierten und anerkennenden Blicken des netten Campingplatzwirtes zu Wasser. Die Landschaft wurde zunehmend offener. Und obwohl das Meer noch zwei Tagesetappen entfernt war, bekam man langsam das Gefühl von Küstennähe. Als Ziel der Tagesetappe hatten wir die letzte Flussschleuse nach 33 km freifließendem Wasser ins Auge gefasst.

Auf dem Weg durch Saintes mit dem Germanicusbogen

Nach gut 10 km auf dem Fluss erreichten wir Saintes – eine der größeren Städte entlang der Charente. Ein schöner Anlegesteg im Zentrum gab uns die einfache Gelegenheit, auch hier eine kleine Rast mit Stadtbesichtigung einzulegen. Das wohl prägendste Bauwerk der Stadtkulisse ist der römische „Germanicus-Bogen“ (L’Arc de Germanicus) am rechten Flussufer, errichtet im Jahr 18 / 19 n. Chr.! Aber auch eine schöne Innenstadt und ein netter Markt, auf dem wir uns mit Zutaten für ein späteres Picknick eindecken konnten, machten den Zwischenstopp sehr lohnend.

Ab Saintes ändert der Fluss seine Hauptfließrichtung von West nach Nord und führt durch schöne, im wesentlichen ebene Landschaft, und jenseits der Stadtgrenzen von Saintes findet sich wiederum kaum nennenswerte Bebauung am Fluss – lediglich einige kleinere Dörfer. Die Strömung half uns gut beim Vorankommen und so war ausreichend Zeit für ein schönes Wiesenpicknick im Schatten der Uferbäume sowie eine spontane Badepause im hübschen Örtchen Taillebourg. Die verbleibenden 10 Ruder-km forderten bei zum Teil ordentlichen (Gegen-)Wind und zur Schleuse hin stark nachlassender Strömung ein wenig mehr Einsatz an den Riemen, dennoch erreichten wir die Seeschleuse Saint Savinien mit dem nahegelegenen Campingplatz zeitig am späten Nachmittag.

Kühles Picknickplätzchen in der Mittagshitze

Das Boot ließen wir im Schleusenoberwasser frei-schwebend vertäut im Wasser liegen und holten noch beim Schleusenwärter einige Informationen für den nächsten Tag ein. Glücklicherweise wurde der Tidenhöchststand für den kommenden Morgen gegen 8 h erwartet, was bedeutete, dass wir genau passend mit dem ablaufenden Wasser in Richtung der 42 km entfernten Mündung starten wollten. Bei der Besichtigung der Schleusen- und Wehranlage lüftete sich dann auch das Geheimnis der Tidenstömung, die am Vortag selbst weit oberhalb dieser letzten Schleuse noch zu bemerken war. Bei großem Tidenhub, und den hatten wir im Zeitraum unserer Fahrt, steigt der Fluss im Unterwasser der Schleuse über das Niveau des Wehres an, so dass das Wehr verkehrt herum überströmt wird – was flussaufwärts bis weit ins Landesinnere noch spürbar ist. Ein kleines, aber deutliches Zeichen der an der Atlantikküste herrschenden Naturgewalten…

Liegeplatz vor der Seeschleuse von St Savinien

Nach einem inzwischen routinierten Zeltaufbau und Einrichten des Nachlagers machten wir uns auf den Weg über die Schleuseninsel in den Ortskern von Saint Savinien. Etwas erhöht gelegen mit einer weiteren wunderbaren romanischen Kirche im Zentrum, bot sich ein toller abendlicher Blick über den weiteren nordwestlichen Verlauf der Charente in Richtung der Mündung. Lediglich das gastronomische Angebot war hier zunächst enttäuschend – bis wir dem Tipp, das Dorffest auf der Schleuseninsel zu besuchen, folgten. Dort gab es neben kunsthandwerklichen Ständen und Live-Musik ein breites Angebot an Speisen und Getränken, die man an langen Tischreihen unter dem sommerlichen Abendhimmel einnehmen konnte. So kam jeder auf seinen Geschmack – sei es in Form von Moules frites oder Bratwurst! An den Tischen sitzend kamen wir mit ein paar jungen Leuten, die uns als ihre Zeltnachbarn identifiziert hatten, ins Gespräch. Sie waren per Rad unterwegs und interessierten sich sehr für unsere, offenbar als eher exotisch wahrgenommene, Bootstour. Einem davon war die vor der Schleuse vertäute Nyholm aufgefallen und es entstand ein kleiner Austausch über derartige Holzboote. Als sich herausstellte, dass er als Restaurateur alter Luxus-Holzboote tätig war, konnten wir spätestens beim Fachsimpeln über den besten Lack und das richtige Aufbringen der 17 Lackschichten nicht mehr vollständig mithalten … erneut ein wunderbarer Abend mit netten Begegnungen!

Glattes Wasser, aber schon satte Strömung kurz vor Tonnay-Charente – gut 20 km vor der Mündung in den Atlantik

Donnerstag, 25. Juli: 5. Etappe - St Savinien – Fouras – Rochefort (64 km / 1 Schleuse)
Am Morgen lagen wir pünktlich zum Betriebsbeginn der Schleuse gegen 8 h, gefrühstückt und mit bepacktem Boot im Oberwasser bereit für den Start der Fahrt in Richtung Küste. Die Einfahrt wurde gewährt, die Tore hinter uns geschlossen und es passierte – nichts! Nach einigen Minuten des Wartens öffneten sich plötzlich die Untertore, ohne dass wir auch nur einen Zentimeter in der Kammer gefallen wären. Offensichtlich waren der Wasserstand im Ober- und Unterwasser gerade identisch und der Schleusenvorgang dauerte einfach so lange wie die Bediendauer der beiden Tore.

Auf dem folgenden, recht geraden Abschnitt hatten wir anfangs sogar noch eine leichte Gegenströmung; offenbar war die Angabe des höchsten Wasserstandes am Vortag nicht so ganz exakt. Die Strömung stellte aber keine relevante Beeinträchtigung dar und nun spätestens sah die Landschaft mit weiten, ebenen Marschwiesen und wenig Baumbestand wirklich nach Küste aus. Wir erlebten nach nicht einmal einer halben Stunde spürbar den Punkte Strömungsumkehr und von nun an kamen wir zunehmend schneller voran. Nach knapp 20 km erreichten wir Tonnay-Charente, wo wir einen kurzen Einkaufsstopp einlegten. Bereits hier war die Strömung mittlerweile so stark, dass wir entschieden, nur zu zweit in den Ort zu laufen, und einer am Anlagesteg das Boot beaufsichtigte. 

Die Schwebefähre bei Rochefort

Nach dem Ablegen fuhren wir bei weiter starker Strömung auf dem sich immer tiefer in die Landschaft einschneidenden Fluss. Wir passierten das in einer großen Flussschleife gelegene Rochefort. Im Scheitelpunkt der Schleife befindet sich eine seit dem Jahr 1900 in Betrieb befindliche Schwebefähre (Schwebefähre Rochefort), eine an Stahlseilen an einer hohen Stahlkonstruktion hängenden Plattform zum Überqueren des Flusses. Deren Sinn erschloss sich beim Blick auf das über weite Bereiche schlammig trocken gefallene Ufer sofort – der Tidenhub an der noch knapp 10 km entfernten Mündung der Charente beträgt bis zu 6 m!

Am westlichen Ende von Rochefort passierten wir einen der Campingplätze, den wir als mögliches Etappenziel ins Auge gefasst hatten. Die vorgelagerte Marina verfügte inmitten all des Schlamms immerhin über eine zum Anlanden geeignet scheinende Betonrampe. Wir entschieden uns jedoch weiterzufahren, denn nördlich der Mündung der Charente, nur ca. 3 km entlang der Küste gibt es einen weiteren Zeltplatz, den wir nun anpeilen wollten. Auf den letzten Flusskilometern waren die Bedingungen bei weiterhin starker Strömung und deutlichem westlichen Gegenwind sehr rau – wir hatten das Gefühl mit der zum Glück problemlos auf den Wellen tanzenden Nyholm von dem inzwischen schlammig braunen Fluss förmlich aufs Meer gespült zu werden.

Ein letzter Blick auf die Karte kurz vor dem Atlantik

Wir bogen auf Höhe des letzten Ortes in der Charente-Mündung, Port-des-Barques, ab nach Norden, mit guter Sicht auf die kleine, vorgelagerte Île Madame sowie weiter draußen die imposante Küstenlinie der Île d’Oléron. Am Festlandufer bot sich dagegen das immergleiche Bild: ein mehrere hundert Meter breiter Streifen Schlick, der dem Sandstrand, den wir auf Karten als potentielle Campinganlagestelle ausgemacht hatten, unüberwindlich vorgelagert war! Wir fuhren noch einige hundert Meter weiter in Richtung des südlichen Hafens von Fouras – bis eindeutig erkennbar wurde, dass auch dieser vollständig trockengefallen und für uns nicht erreichbar war.

Vor der für uns nicht erreichbaren Küste vor Fouras

So blieb nichts anderes übrig, als den Rückweg in die Charente-Mündung anzutreten. Beim Erreichen der ersten Fahrwassertonnen bei Port-des-Barques wurde deutlich, dass zwischenzeitlich die Tidenumkehr erfolgt war. Dadurch trug uns nun die Kombination von landeinwärts gerichteter Strömung und immer noch kräftigem Westwind relativ schnell flussaufwärts. So fuhren wir die gut 8 km zurück bis zur Marina in Rochefort zurück und landeten an der zuvor gesichteten Betonrampe an. Reichlich erschöpft, in Folge der nun hinter uns liegenden 64 km auf dem Wasser und einer merklichen psychischen Anspannung aufgrund der fordernden Wasserverhältnisse, waren wir froh, die Etappe zu beenden.

Zurück in der breiten Mündung der Charente bei Port-des-Barques nach dem ersten kurzen Abstecher auf den Atlantik

Allerdings wartete nun noch ein unerwartetes Stück Arbeit. Die steile Rampe war im oberen Bereich so dick mit Schlamm bedeckt, dass es nur mit großer Vorsicht möglich war, den Uferweg zu erreichen, geschwiege denn das schwere Boot sturzfrei hinaufzubringen. Man reichte uns freundlicherweise einen Schlauch mit kräftigem Wasserstrahl, der das Freispülen der Rampe erlaubte. Dies musste jedoch schnell passieren, da der Wasserstand zusehends schneller stieg und das Boot in der ufernahen Strömung nur mühsam zu fixieren war. Mit etwas Hilfe gelang diese letzte Anstrengung, und das Boot lagerten wir danach sicher auf dem Gelände der Marina. Der Hafenmeister war zudem so freundlich, für uns den Gepäcktransport zum Campingplatz zu erledigen – was uns glücklicherweise diesen letzten Kraftakt ersparte!

Glücklich angelandet an der Marina in Rochefort

Am Campingplatz angekommen hatten wir alle das Gefühl, uns noch an keinem Tag zuvor das Willkommensbier so sehr verdient zu haben. Ganz plötzlich war aus der beschaulichen Flussfahrt der letzten Tage an nur einem Tag eine wilde Küstenrudererfahrung geworden!

Freitag, 26. Juli: Ruhetag Rochefort / La Rochelle
Folgerichtig erkoren wir den kommenden Freitag zum ruderfreien Tag. Frank nutze die erste Morgendämmerung, um per Bahn nach Angoulême zu fahren und Auto und Hänger nachzuholen. Torsten und Olaf genossen einen etwas längeren Schlaf mit einem schönen Frühstück und Stadtspaziergang in Rochefort. Dort trafen wir uns am späten Vormittag mit Frank und fuhren per Auto ins gut 25 km entfernte La Rochelle – aber nicht ohne unterwegs auf diversen Zwischenstopps in Fouras, am Vortrag wasserseits noch unerreichbar, die lokalen Gegebenheiten genau in Augenschein zu nehmen. Denn es bestand nach wie vor die Idee, nicht ohne ein bisschen mehr echtes Küstenrudern die Heimreise anzutreten!

Die Hafeneinfahrt von La Rochelle – die wir leider nicht zu Wasser, sondern nur per Landausflug erreichen konnten

Den Hauptteil des Tages verbrachten wir im schönen Städtchen La Rochelle, mit Moules frites zu Mittag und ein bisschen Wehmut, dass es uns nicht gelungen war, diesen Ort und vor allem die beiden imposanten Hafentürme rudernd auf dem Wasser zu erreichen. Am Abend genossen wir den Sommer auf unserem Campingplatz – bei leckerem Essen und ein, zwei Bier, unsere Abenteuer des Vortages und die Pläne für den folgenden Samstag besprechend!

Samstag, 27. Juli: 6. Etappe - Rochefort – Fouras / Port du Nord (18 km)
Die Vor-Ort-Besichtigung in Fouras und genauen Erkundigungen über die Tidenzeiten und zu erwartende Windverhältnisse ließen uns zu der Einschätzung kommen, dass bei einem Startzeitpunkt nahe des Tidenhöchststandes am Morgen eine Küstenetappe möglich sein sollte. Wir starteten gegen 9 h, nachdem wir an der Marina bequem vom Uferweg das Boot, diesmal ohne Gepäck, zu Wasser bringen konnten. Die ca. 8 km bis zur Mündung legten wir wie geplant in knapp einer Stunde zurück – diesmal bei einem gänzlich veränderten Blick auf die Uferlinie und die umliegende Landschaft. Auch das Wasser wirkte mit seiner geringen Strömung geradezu zahm und harmlos. Wir ruderten ohne irgendwelche Schwierigkeiten der Küstenlinie in Richtung Norden folgend, von Schlamm am Ufer diesmal keine Spur. Auf ruhigem Atlantikwasser erreichten wir den südlichen Hafen von Fouras nach etwa einer weiteren halben Stunde Rudern und entschieden dort nach kurzer Beratschlagung, dass noch ausreichend Zeit wäre und es die Bedingungen erlaubten, die verbleibenden 6 km um die Halbinsel La Fumée bis zum nördlichen Hafen von Fouras zu fahren.

Entspannte Stimmung vor dem Südhafen von Fouras – die sorgfältige Planung zahlt sich aus

Immer mit gutem Blick auf die eindrucksvolle napoleonische Wasserfestung Fort Boyard ruderten wir auf nur leichter Dünung um die Landspitze und erreichten mit zum Schluss kräftig auffrischendem Schiebewind den in einer geschützten Bucht gelegenen Port du Nord. In der Ferne, ca. 20 km nördlich, erahnten wir die Hafenanlagen von La Rochelle – wobei uns mit Blick auf die dazwischenliegende große, freie Wasserfläche unzweifelhaft klar wurde, dass dies selbst mit der Nyholm nur ein schwer erreichbares Ziel gewesen wäre. Wir zogen also das Boot auf den Sand und erhielten bei den interessierten Hafenältesten eine Flasche lokalen Rosé samt dreier Gläser, um auf den gelungene Tourabschluss nach 200 km auf der Charente und dem Atlantik stilvoll anzustoßen!

Le Fin – den Nordhafen von Fouras sicher erreicht

Samstag / Sonntag, 27./28. Juli: Heimreise
Nach der Busfahrt zurück zum Campingplatz, Abbau des Zeltes und Verstauen des Gepäcks im Auto sowie einem abschließenden Mittagessen machten wir uns am frühen Nachmittag auf die Heimreise. Das Boot war in Fouras schnell verladen und der Weg ging weiter in Richtung Osten – ca. 1.200 km lagen bis Ulm noch vor uns. Wir stoppten zum Abendessen in einem entlang des Weges zufällig gewählten Örtchen mit filmreifer Kulisse und fuhren anschließend mit wechselnden Fahrern, soweit es die Müdigkeit noch zuließ. Nach ein paar kurzen Stunden Schlaf bei Chalon-sur-Saone, wo wir immerhin schon etwa die Hälfte der Fahrtstrecke absolviert hatten, rutschten wir die verbleibenden Kilometer bis Ulm am Sonntag zügig und ohne relevante Staus durch und fuhren am frühen Sonntag-Nachmittag auf den Hof des URCD!

Auch 2024 durften wir wieder eine tolle Ruderwanderfahrt erleben, bei der am Ende, trotz des großen Aufwandes und einiger Unwägbarkeiten, alles bestens geklappt hat und die uns mit vielen besonderen Erinnerungen zurücklässt!

Der Tourverlauf von Angoulême bis Fouras: 200 km auf Charente und Atlantik


 INFO  Bericht als PDF


Fotos: Charente-Team 2024

Charente2024-01-Crew
Charente2024-02-Handarbeit
Charente2024-03-Kanadier
Charente2024-04-Ecluse no2
Charente2024-05-Gepaeck
Charente2024-06-Zweierohne
Charente2024-07-St Simon
Charente2024-08-Kuehle Fuesse
Charente2024-09-Amerikaner
Charente2024-10-Fruehstueck in Chaniers
Charente2024-11-Saintes Germanicus
Charente2024-12-Picknick
Charente2024-13-St Savinien
Charente2024-14-Tonnay-Charente
Charente2024-15-Schwebefaehre
Charente2024-16-Muendung
Charente2024-17-Blick auf Fouras
Charente2024-18-Port-des-Barques
Charente2024-19-Rochefort Marina
Charente2024-20-La Rochelle
Charente2024-21-Fouras sud
Charente2024-22-LeFin
Charente2024-23-Charente et Atlantique

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Skilager Seefeld 2023

Skilager Seefeld Februar 2023

Am 25. Februar, dem Beginn der Faschingsferien, machten sich 21 Sportlerinnen und Sportler des URCDs auf den Weg ins Langlauftrainingslager in Scharnitz. Am Morgen des nächsten Tages standen wir gleich auf den Skiern, erstmal in der klassischen Disziplin. Obwohl viele das zum ersten Mal machten, klappte es nach ein bisschen Techniktraining schon ganz gut.

Nach den ersten beiden, sonnigen Tagen wechselten wir dann zum Skating, was für die meisten schon bekannt war. Auf der WM-Loipe in Seefeld war das zwar sehr anstrengend, hat uns aber sehr viel Spaß gemacht. Dort konnten wir auch ein paar Profis beim Schießen und Skispringen sehen.

Auch auf die Piste ging es einen halben Tag für uns.
Jeden Tag schien die Sonne, welche den Schnee zwar schnell schmolz, jedoch für viel Motivation für viele Loipenkilometer sorgte.

Am Samstag Morgen ging es nach einer letzten Einheit für uns alle wieder nach Hause.

Bericht: Lilly Haeussler

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Termine Breitensport

Termine Breitensport

Ulmer Ruderclub Donau e.V.

Jede und jeder, dem die folgenden Ruderzeiten in die Wochenplanung passen, ist eingeladen, dazuzukommen und mitzurudern. Es steht natürlich allen frei, sich auch zu anderen Zeiten zu treffen und zu rudern. Für die Integration der A-Ruderinnen und A-Ruderer in den Ruderbetrieb ist es gut, wenn auch viele F- und E-Ruderer zu diesen Breitensportterminen kommen.

Sabine Patzwaldt und Ilse Bosch bieten jeden Dienstag 18 Uhr einen Breitensporttermin an. Im Ticketsystem den Termin buchen und als Ruderboot „Breitensport“ auswählen.

Gudrun Vetter-Thanner bietet jeden Freitag 16 Uhr einen Breitensporttermin an. Im Ticketsystem den Termin buchen und als Ruderboot „Breitensport“ auswählen.

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Schwimmwestenanordnung

An alle aktiven Mitglieder und Trainer

Aus aktuellem Anlass muss der Vorstand alle Ruderer und insbesondere die ausbildenden Trainer auf Folgendes hinweisen:

Da die Wassertemperatur der Donau von Herbst bis Frühsommer immer bedenklich niedrig ist und bei einem Kentern jeder Ruderer Gefahr läuft, durch eine Muskelunterkühlung oder einen Schock massive gesundheitliche Schäden davonzutragen, wird ab 01.10.2015 immer für die Zeit zwischen Oktober und Mai zwingend angeordnet, alle auf dem Wasser befindlichen Personen gesondert auf mögliche Gefahren hinzuweisen, sowie Notfallübungen und Verhaltensregeln im Fall des Kenterns regelmäßig zu üben.

Grundsätzlich dürfen Ruderer in der Altersklasse C (13/14-Jährige) ausschließlich nur noch mit Schwimmwesten fahren. Diese Anordnung gilt für alle Kleinbootbesatzungen!

Die hierfür notwendigen Schwimmwesten werden rechtzeitig vor dem 01.10.2015 erworben und ab dann immer im Trainerzimmer durch die Trainer ausgegeben! Eine dafür zu tragende Sorgfaltsverpflichtung setzen wir bei allen Beteiligten voraus.

Der Vorstand

April 2015

Rudern im Winter

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Spenden an den Ulmer Ruderclub

Spenden an den Ulmer Ruderclub

Der Ulmer Ruderclub Donau e.V. ist ein gemeinnütziger Sportverein, eingetragen in das Vereinsregister des Amtsgerichts Ulm. Für Ihre Spenden z.B. für das Jugendruderzentrum oder den URCD im Allgemeinen können wir Ihnen deshalb eine Spendenbescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt für Ihre Steuererklärung ausstellen. Hier das Spendenkonto des URCD bei der Sparkasse Ulm:

IBAN des URCD
DE74 6305 0000 0000 0800 20
(2 Stellen Länderkennzeichen, 2 Stellen Prüfziffer, 8 Stellen Bankleitzahl, 10 Stellen Kontonummer, die links mit Nullen aufgefüllt wird).
Wenn Sie es sich in Vierergruppen merken, geht's leichter.

BIC des URCD
SOLADES1ULM

Vielen Dank.

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